Schuldenbremse versus Digitalisierung Heilige schwarze Null

Die Große Koalition, schrieb Sascha Lobo, riskiere mit ihrer investitionsfeindlichen Politik, die Digitalisierung zum Desaster werden zu lassen. Im Podcast reagiert er auf Leserkommentare.

Beschäftigte des Bundesfinanzministeriums bilden eine menschliche "schwarze Null".
DPA

Beschäftigte des Bundesfinanzministeriums bilden eine menschliche "schwarze Null".


Die nächste Rezession werde "eine hausgemachte Digitalrezession", schrieb Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne "Hefte raus, Spardiktat!". Denn Deutschland zehre von seinen Reserven, weil die Wirtschaftspolitik von gestern ja immer noch funktioniere, "während der Rest der Welt sich auf die Digitalisierung vorbereitet".

Die Religion des Sparens sei hierzulande Staatsräson und habe zu katastrophal geringen Investitionen in die Zukunft von Schulen und Infrastruktur geführt, bemängelte Lobo. Das Ergebnis sei die "Digitalrückständigkeit" nicht zuletzt in Form einer "digitalen Bildungswüste".

In seinem Podcast reagiert Lobo nun auf die Zuschriften seiner Leser. Die hatte er am Schluss seiner Kolumne gefragt: "Was tun gegen die deutsche Selbstzufriedenheit?"

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insgesamt 6 Beiträge
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investor3000 20.05.2019
1. Schwarze Null? Eher Missmanagement unserer Regierungsparteien
Ich habe mal mit Behörden zu tuen gehabt und dort wird eine Übermittlung einer Information zwischen zwei Behörden mehrere Menschen und externe Dienstleister notwendig (jeweilige Hauspost, Briefzukleber, und Deutsche Post AG). Dauer der Übermittlung ca. 12 Tage! Meine sechs-jährige Nichte könnte eine E-Mail im gesicherten Intranet schicken, aber von der halte ich ja (mittlerweile) auch mehr als von AM :( Mit der Digitalisierung liessen sich Ausgaben der "Bullshit-Jobs" einsparen, was der schwarzen Null entgegenkommen würde. Es geht hier nicht um die Schwarze Null. Geld ist genug da. Die Steuern (auf die arbeitende Bevölkerung) sind bereits extrem. Problem ist fehlende Vision und Durchführung (bzw. Nachmachen) von dem was andere uns vormachen:(
escherischiacoli 20.05.2019
2. Richtig
vollkommen richtig beschrieben, prima. Das mit der fehlenden Weitsicht kann man aber nicht nur mit mehr Effizienz anpacken. Das ist ein Generationenproblem, wie man deutlich an der Digitalisierung erkennt. Weder ist genau definiert, was D. bedeutet, und dann wird es auch noch auf jedes Thema draufgepackt. Stichwort Schule, dort zwingt man die Länder in eine ungeliebten Digitalförderung, wobei ja die Versorgung mit genügend und voll ausgebildeten Lehrern Vorrang hätte. Das Anliegen, schnelles Internet für alle bereitzustellen, wäre doch mal das wichtigste. Stattdessen kommt ein Offenbarungseid, dass man das bis 2025 nicht schafft. Das ist doch absurd, sich schon 7 Jahre vorher so zu äussern, politisch suizidal und dann auch keine Angaben zu machen, warum, was wieso und was man dagegen tut. Dann scheints ja unwichtig zu sein, das habe ich daraus gefolgert.
ickunddu 20.05.2019
3. Alle wollen Schulden machen
Alle wollen das wir uns noch mehr Verschulden! Allen ist es egal was dann mit den nächsten Generationen passiert. Hauptsache mal Wörter wie Digitalisierung in den Raum werfen. Kinder brauchen in der Schule Papier und Schreibzeug. Computer haben sie daheim rumstehen. Das was man in der Schule vorfinden würde, wäre eh immer nur kaputt und würde nicht richtig funktionieren. Man kann nur soviel Geld ausgeben wie man hat. Und wenn die von uns gewählten Politiker das Geld für was anderes ausgeben, dann ist das halt so :-( Hört auf immer Schulden machen zu wollen!!!
alba36 20.05.2019
4. Überschätzt
Digitalisierung, v.a. in der Schule, aber auch beim schnellen Internet wird - davon bin ich mittlerweile überzeugt - überschätzt. Die Computer- Leute nehmen sich und ihre digitalen Gerätschaften etwas zu ernst. Wenn Anwender mehr Speed wollen, dann meistens um Videos zu streamen. Ist das nett? Sicher, aber ist es auch wichtig? Sicher, die verbliebenen Lücken in der Abdeckung mit 50mbit- Leitunugen sollten in De schnell geschlossen werden, alles andere ist mir momentan nicht einsichtig. Schüler sollten v.a. analog lernen. Ich schätze den Wert des Analogen für die persönliche und Intelligenz- Entwicklung als höher ein als das digitale Gedöns. Wer seine Intelligenz geschult hat, kann sich auch schnell auf digitale Technologien einstellen.
escherischiacoli 21.05.2019
5. auch richtig
da stimme ich voll mit meinem Vorforisten überein. In der Schule ist das Lesen, Rechnen und Schreiben die Basis. Die Kinder sollen lernen, sich zu konzentrieren. Ich kann mir komplizierte Sachverhalte auch nicht merken, ohne mir Notizen zu machen oder nur durch einen Blick ins Internet. Der Sinn von Aufsätzen und Wiederholungen besteht ja nicht (immer) darin, Schüler zu quälen. Am besten verankert man Dinge im Langzeitgedächtnis durch Üben und Kombination mehrerer Reize. Wo sind denn die Ratespiele, und die Kopfrechenaufgaben? Das muss zuerst sitzen, bevor man zum Tablet als Lernmittel greift. Aber das ist ja nur langjährige Erfahrung und Ergebnis der Hirnforschung und damit weniger wichtig als wenn *Menschen selbstbestimmt ihren Unterricht gestalten* ....in der Grundschule hahaha
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