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Virtuelle Währung: Bitcoin-Kurs stürzt ab

Schwarzer Freitag Internetwährung Bitcoin bricht ein

Ein Bitcoin war zwischenzeitlich fast 29 Dollar wert: Die Internetwährung Bitcoin hatte in den vergangenen Tagen massiv zugelegt - jetzt folgte der Absturz. Freitag und Samstag verlor die Währung ein Drittel ihres Werts.

Hamburg - Erster Dämpfer für die Internetwährung Bitcoins: Das anonyme Geld, das über ein verschlüsseltes Peer-to-Peer-Netzwerk ausgetauscht wird, hat innerhalb von zwei Tagen rund ein Drittel seines Werts eingebüßt. Statt fast 29 Dollar gab es für einen Bitcoin am Samstagabend in der Marktübersicht von Bitcoin Charts  nicht einmal mehr 18 Dollar.

Ein regelrechter Ansturm auf die Wechseldienste setzte ein. Am Freitag sollen allein über die größte Handelsplattform Mt. Gox Bitcoins im Wert von rund zwei Millionen Dollar gehandelt worden sein - in den vergangenen sechs Monaten seien es nur 19 Millionen gewesen, berichtet Daily Tech . Der Kursabsturz dürfte etliche Bitcoin-Besitzer echtes Geld gekostet haben.

Als Grund für den Einbruch werden zwei Gründe diskutiert: Zum einen können Bitcoin-Besitzer versucht haben, vom hohen Wechselkurs zu profitieren und möglichst viele Bitcoins in ganz reale Währungen wie den US-Dollar umzutauschen. Zum anderen gibt es derzeit ein grundsätzliches Problem: Der Umtausch von Bitcoins in Dollar ist alles andere als einfach.

So weigert sich etwa der Internetbezahldienst PayPal, beim Tausch mit virtuellen Währungen behilflich zu sein. Transaktionen finden deshalb auch schonmal persönlich oder per Post mit einzelnen Bitcoin-Nutzern statt - ein aufwendiges und langsames Verfahren. Außerdem läuft der Austausch über Linden-Dollar, die Währung von Second Life. Der Tausch über den Internetgelddienst Dwolla war offenbar wegen technischer Probleme zeitweise nicht möglich.

Komfortabler ist es für Nutzer mit einem europäischen Bankkonto: Mt. Gox akzeptiert Überweisungen auf ein französisches Konto in Euro.

Noch ein Problem: Niemand stoppte den Tausch mit dem Hackergeld, als der Bank Run einsetzte. Bisher ist dieser Mechanismus, den es bei realen Währungen gibt, schlicht nicht vorgesehen. Ein kurzfristiges Aussetzen des Handels könnte einen dramatischen Kursverlauf stoppen. Außerdem ist die Währungsmenge, im Gegensatz zu realen Währungen, durch das Bitcoin-System begrenzt. Derzeit ist noch nicht die gesamte Zahl möglicher Bitcoins errechnet, spätestens wenn es soweit ist, setzt mit weiteren Nutzern und steigender Nachfrage eine Deflation ein.

Die Hackerwährung war zuletzt in die Kritik geraten: Nach Berichten über einen illegalen, anonymen Drogenumschlagplatz namens Silk Road - der ganz auf Bitcoins als Zahlungsmittel setzt - fordern zwei US-Senatoren ein schnelles und hartes Vorgehen der Behörden gegen die Alternativ-Währung. Ermittler in den USA haben bereits angekündigt, Geschäfte mit der Währung auf dem Radar zu haben und entsprechend zu handeln.

Auch ein deutscher Wirtschaftsverband erwartet ein Verbot der virtuellen Währung und warnte Nutzer vor der Konsequenz: Alle Bitcoin-Vermögen würden auf einen Schlag wertlos. Wie das Abschalten der Währung funktionieren soll, hat der Verband allerdings nicht erklärt. Solange nur genug Internetnutzer an den Bitcoin als Zahlungsmittel glauben, kann die Währung funktionieren.

Noch akzeptieren allerdings nur wenige Dienstleister und Shops das Bezahlen mit der Hackerwährung.

ore
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