Kauf von Sim-Karten Telekom fordert einheitlich strenge Regeln in der EU

Die Telekom will sich dafür einsetzen, dass der Missbrauch von Prepaid-Sim-Karten schwieriger wird - etwa für Terroristen. Dabei verweist das Unternehmen auf ein Extrembeispiel aus Ungarn.
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Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP

Die Deutschen Telekom will gegen den Missbrauch von im Voraus bezahlten Sim-Karten für Handys vorgehen. Bisher gelten je nach Land in der Europäischen Union (EU) ganz unterschiedliche Regeln für diese Prepaid-Karten. Die Telekom fordert, dass EU-weit strenge Regeln gelten. "Immer mehr Länder führen schon eine Registrierungspflicht mit Identitätskontrolle ein. Sinnvoll wäre es, wenn dies in der EU einheitlich geschieht", sagte ein Sprecher der Telekom SPIEGEL ONLINE.

Anlass der Anfrage ist ein am Freitag erscheinender Artikel der "Wirtschaftswoche". Vorstandsmitglied Thomas Kremer, der bei der Telekom für Datenschutz zuständig ist, wird darin mit der Forderung zitiert, dass politisch erörtert werden solle, welche Kontrollmöglichkeiten beim Kauf von solchen Sim-Karten im Laden sinnvoll seien. Das könnte zum Beispiel eine Registrierung mit vorherigem Ausweis-Check sein, oder eine Begrenzung der Kartenmengen pro Kauf, heißt es.

Hintergrund der Forderung ist die missbräuchliche Nutzung von Prepaid-Karten, zum Beispiel durch Terroristen. Die Telekom verweist in diesem Kontext auf einen Fall aus Ungarn . Dort hatten Hintermänner der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) einen Vorrat von 200.000 Sim-Karten angelegt. Alle waren auf den Namen eines verstorbenen Obdachlosen registriert. Die meisten dieser Karten, die man nach den Anschlägen in Paris und Brüssel in den Taschen erschossener Terroristen gefunden hatte, waren von der ungarischen Telekom-Tochter verkauft worden.

Der Fall aus Ungarn habe "gezeigt, dass die bisherigen Regeln nicht ausreichen, um einen Missbrauch von Sim-Karten zu verhindern", sagte der Telekom-Sprecher SPIEGEL ONLINE.

Für Deutschland gelten schon strenge Regeln

Für Deutschland hat der Bundestag schon im Sommer neue Regeln fürs Kaufen von Sim-Karten beschlossen. Danach soll bald jeder einen Ausweis vorlegen müssen, der eine Prepaid-Karte fürs Handy kaufen will. Die Regelung gehört zu einem Anti-Terror-Gesetzespaket. Die Telekommunikationsfirmen haben eine Übergangsfrist von zwölf Monaten bekommen, um sich auf das neue Gesetz einzustellen.

Die Telekom führt nach eigenen Angaben in ihren Läden schon Ausweiskontrollen durch. Für den Online-Vertrieb müssten sie allerdings noch konkretisiert werden, so die Firma. Pro Transaktion dürften maximal 20 Prepaid-Sim-Karten verkauft werden.

gru/dpa
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