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08. Januar 2015, 11:48 Uhr

Online-Attacke auf Sony Pictures

"Die Hacker arbeiteten schlampig"

FBI-Angaben zufolge hat Nordkorea beim Online-Angriff auf Sony Pictures eindeutige Spuren hinterlassen. US-Geheimdienstdirektor James Clapper berichtet zudem von Pöbeleien eines nordkoreanischen Generals gegen die USA.

New York - Hat Nordkorea den Hacker-Angriff auf die Systeme von Sony Pictures nun zu verantworten oder nicht? Während Nordkorea weiter beteuert, nichts mit der Attacke zu tun zu haben, sagt der Chef der US-Bundespolizei, Fehler der Hacker hätten die Ermittler auf die Spur Nordkoreas gebracht.

Demnach nutzten die Hacker Proxy-Server, um Drohungen gegen Sony abzusetzen, ohne ihren Aufenthaltsort preiszugeben. In einigen Fällen hätten sie aber "schlampig gearbeitet", sagt FBI-Direktor James Comey - entweder aus Nachlässigkeit oder wegen technischer Probleme. Comey erzählte auf einer Sicherheitskonferenz in New York, dass die Hacker in einigen Fällen schlicht vergessen hätten, ihre Herkunft zu verschleiern. E-Mails, die rund um den Hacker-Angriff gesendet wurden, habe man mit IP-Adressen in Verbindung können, die Nordkorea exklusiv nutzt.

Es gebe nicht vieles in diesem Leben, bei dem er sich sicher sei, sagte Comey. Was die Zuordnung dieses Anschlages angehe, sei er sich aber sehr sicher.

Abendessen mit nordkoreanischem General

Das FBI hatte vergangenen Monat erklärt, man habe bei der Analyse der verwendeten Angriffssoftware Gemeinsamkeiten mit anderen Schadprogrammen entdeckt, die kürzlich in Nordkorea entwickelt wurden. Außerdem gebe es Parallelen zu einem von Nordkorea im März vergangenen Jahres ausgeführten Cyber-Angriff gegen südkoreanische Banken und Medien.

Auf derselben Konferenz, auf der sich Comey äußerte, plauderte auch der US-Geheimdienstdirektor James Clapper aus dem Nähkästchen. Er hat demnach vor zwei Monaten ein "ungemütliches Abendessen" mit dem nordkoreanischen General verbracht, der für die Hacker-Angriffe auf Sony verantwortlich sein soll. General Kim Jong Chol habe ihn den ganzen Abend über beschimpft. "All der Hass, den er während des Dinners in meine Richtung spie, war echt", sagte Clapper. "Wir werden als Feind dargestellt, der jeden Tag davor steht, in ihr Land einzumarschieren."

Eigentlicher Zweck des geheimen Treffens war es, über die Freilassung zweier in Nordkorea inhaftierter US-Bürger zu verhandeln. Die Gefangenen seien am folgenden Tag übergeben worden.

kbl/AP/afp/dpa

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