DER SPIEGEL

Geheimdienst-Überwachung Ein deutsches Unternehmen erfährt, dass es gehackt wurde

Das deutsche Unternehmen Stellar bringt das Internet via Satellit in entlegene Gegenden. Snowden-Dokumente zeigen, dass der britische Geheimdienst GCHQ das Rechnernetz der Firma gehackt hat. Stellar-Mitarbeiter reagieren schockiert.

Das Unternehmen Stellar in Hürth bei Köln versorgt entlegene Regionen auf der Welt mit Internetzugängen. "Die Welt ist unser Markt", lautet der Slogan des Unternehmens. Typische Kunden von Unternehmen wie Stellar sind etwa Ölbohrplattformen, Diamantenminen oder die Außenstellen internationaler Unternehmen an Orten mit sonst schlechter Internetanbindung. Dazu werden Satelliten und gewaltige Antennen benutzt. Letztere kann man beispielsweise bei Stellar in Hürth aus der Nähe betrachten.

Dass Stellar ein Angriffsziel des britischen Geheimdienstes GCHQ ist, hatte der SPIEGEL bereits im März berichtet. Der Name des Unternehmens und die Namen und E-Mail-Adressen von 16 Angestellten tauchten in einem GCHQ-Dokument auf, das der SPIEGEL dank Edward Snowden einsehen konnte. Nun hat SPIEGEL-Redakteur Marcel Rosenbach Stellar in Hürth besucht und dem IT-Chef des Unternehmens Ali Fares sowie dem Firmenchef Christian Steffen Einblick in das GCHQ-Dokument gewährt.

Wie die beiden reagieren, als ihnen die Tragweite der Geheimdienst-Infiltration ihres eigenen Netzwerkes klar wird, zeigt unser Video. Gedreht haben den kurzen Film Katy Scoggin und Laura Poitras. Mehr über den Fall Stellar und die Tatsache, dass GCHQ und NSA offenbar auch die Netze der Deutschen Telekom und Netcologne angezapft haben, lesen Sie im aktuellen SPIEGEL.

cis