Streit um Preismodell Europäische Verleger fordern freien Zugang zum iPad

Der Widerstand der Presseverlage gegen Apple wächst. Nun appellierte der europäische Verband der Zeitungsverleger an das Unternehmen, Inhalteanbietern auch künftig die direkte Möglichkeit zu bieten, ihren Lesern Abrechnungsmodelle für iPad-Abos anzubieten. Apple will sich die Finanzhoheit selbst sichern.
Apples iTunes: Digitaler Kiosk für Musik, Filme, Serien und Software

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Foto: REUTERS

Brüssel - Der europäische Zeitungsverlegerverband ENPA hat Apple aufgefordert, den Medienhäusern bei ihren Angeboten für den Tablet Computer iPad kein bestimmtes Geschäftsmodell vorzuschreiben. "Zeitungsverlage sollten die Freiheit haben, zwischen verschiedenen Bezahlsystemen für ihre Leser zu wählen und die Preise dafür auszuhandeln", heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. Bislang können die Verlage ihren Abonnenten die digitalen Applikationen direkt anbieten.

Apple hatte zur Einführung der iPad-Zeitung "The Daily" des Medienkonzerns News Corp. in der vergangenen Woche angekündigt, in Kürze ein Abo-Modell für Zeitungen auf dem iPad vorzustellen. Dabei zeichnet sich ab, dass Apple darauf besteht, dass die Verlage neben eigenen Vertriebswegen auch einen Kauf der Inhalte über Apples iTunes Store ermöglichen müssen.

Die Verlage stören sich an der Höhe der Umsatzprovision von 30 Prozent, die Apple in iTunes für das Hosting der Inhalte und das Inkasso einbehält. Außerdem wollten die Verleger die Hoheit über die Kundendaten haben. Auch bestehen sie darauf, Angebote für verschiedene Medientypen wie Online und Print in einem Paket anbieten zu können.

Es sei wichtig für das Geschäftsmodell der Verlage, dass die enge Verbindung zwischen Lesern, Redakteuren und Verlagen beibehalten bleibe, so der Verband in seiner Presseerklärung.

Die deutschen Zeitungsverleger haben sich einem Medienbericht zufolge für den morgigen Dienstag zu einem Treffen verabredet, bei dem man über eine gemeinsame Strategie im Umgang mit Apple beraten will.

cis/dpa/dapd
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