"The Intercept" Enthüllungs-Website geht online - und ist sofort offline

Die von Ebay-Mitgründer Pierre Omidyar finanzierte Enthüllungsplattform "The Intercept" ist gestartet. Die Journalisten hinter den ersten Berichten über Edward Snowden wollen dort investigativen Journalismus betreiben. Zum Start hat das Angebot mit technischen Problemen zu kämpfen.

Website "The Intercept": Zum Start technische Probleme

Website "The Intercept": Zum Start technische Probleme


Berlin - Die Journalisten, denen der Informant Edward Snowden die von ihm heruntergeladenen geheimen NSA-Dokumente übergeben hat, haben eine eigene Website gestartet. "The Intercept" werde die Enthüllungen auf Basis der Snowden-Unterlagen fortführen, kündigten drei Gründungsmitglieder des neuen Mediums am Montag an. Das Team besteht aus dem Journalisten Glenn Greenwald und der Dokumentarfilmerin Laura Poitras, denen Snowden seine Dokumente überlassen hatte, sowie dem Enthüllungsreporter Jeremy Scahill.

Dem ersten Bericht von "The Intercept" zufolge werden die Ziele für Drohnenangriffe des US-Militärs oft auf Grundlage von Datenauswertungen und Handy-Ortung festgelegt. Dabei werde die Identität der Zielperson nicht von Agenten im Einsatzgebiet geprüft. Der Bericht bezieht sich auf Informationen von Beteiligten, Snowdens Unterlagen sollen dies bestätigen.

"The Intercept" werde sich anfangs auf weitere Enthüllungen auf Basis der Snowden-Unterlagen konzentrieren, wolle aber mit der Zeit auf breiter Front investigativen Journalismus betreiben, schrieben die Gründungsmitglieder. Themen sollen etwa Korruption, Justizmissbrauch, Verletzung bürgerlicher Freiheiten und soziale Ungleichheit sein.

Ebay-Mitgründer investiert Millionen

Finanziert wird das Projekt von Pierre Omidyar, dem milliardenschweren Ebay-Mitgründer. Er hatte sich nach schon vor Jahren nach Hawaii zurückgezogen und dort mit Journalismusprojekten beschäftigt. Im vergangenen Jahr entschied er sich nach eigenen Angaben gegen einen Kauf der "Washington Post" und will stattdessen 250 Millionen Dollar in das Projekt mit Greenwald stecken. Die Journalisten betonten, dass ihre redaktionelle Unabhängigkeit garantiert sei. Greenwald gab für "The Intercept" die Zusammenarbeit mit der britischen Zeitung "The Guardian" auf, wo er im vergangenen Sommer die ersten NSA-Enthüllungen veröffentlicht hatte.

Am Montagmorgen hatte das Angebot mit technischen Problemen zu kämpfen. Die Fehlermeldungen weisen auf eine Überlastung der Server hin.

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mak/dpa

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