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TikTok-Chef Alex Zhu im Interview Wäre Greta Thunberg bei Ihnen willkommen? - "Wer?"

Alex Zhu, Chef der chinesischen Video-App TikTok, verteidigt sich gegen Spionage- und Zensurvorwürfe und erklärt, warum seine Plattform kein Ort für politische Debatten sein soll.
aus DER SPIEGEL 4/2020
Foto:

PETER RIGAUD / DER SPIEGEL

Zhu, 40, ist Chef von TikTok. Die vor allem bei Jugendlichen populäre Social-Media-App gehört dem chinesischen Konzern ByteDance. Zhu gründete 2014 das Start-up Musical.ly, das später von ByteDance übernommen wurde. Nach einer mehrmonatigen Auszeit übernahm er Anfang 2019 die Führung bei TikTok, das seinen Sitz in Los Angeles hat.

SPIEGEL: Herr Zhu, mit TikTok leiten Sie das derzeit am schnellsten wachsende soziale Netzwerk der Welt – aber kaum jemand kennt Ihren Namen. Warum haben Sie die Öffentlichkeit bisher gemieden?

Zhu: Erstens wächst TikTok erst seit einigen Monaten sehr schnell. Wir haben uns vorher lange um Inhalte gekümmert, um die technische Entwicklung, die Nutzererfahrung. Der zweite Grund ist geopolitische Sensibilität.

SPIEGEL: Soll heißen, Sie wollten niemanden verschrecken?

Zhu: Viele Menschen sehen uns als chinesische Firma und sind deshalb grundsätzlich erst mal skeptisch. Dabei ist die Eigentümerstruktur unserer Mutterfirma ByteDance global. Wir dachten, wenn wir rausgehen und große Reden halten, lenkt das nur Aufmerksamkeit auf uns und bringt unnötig Ärger. Aber das war die falsche Entscheidung.

SPIEGEL: Weil es trotzdem Ärger gab?

Zhu: Wenn ein Unternehmen so schnell wächst, kommt die Aufmerksamkeit von ganz allein. Wir haben es bisher aber verpasst, unsere eigene Version der Geschichte zu erzählen. Wenn wir unser Narrativ nicht selbst bestimmen, macht das jemand anderes. Das ist nicht gut für uns.

SPIEGEL: Es geht doch nicht bloß um fehlende PR-Arbeit. In den USA müssen Sie sich gegen Spionagevorwürfe verteidigen. Sie haben zugegeben, dass Sie die Reichweite von Videos eingeschränkt haben, die von Homosexuellen und Behinderten veröffentlicht wurden. Und immer wieder verschwanden chinakritische Inhalte von der Plattform. Warum sollte man Ihnen vertrauen?

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