Chinesische Videoplattform Trump kündigt Verbot von TikTok in den USA an

Schlag gegen die aufstrebende chinesische Videoplattform TikTok: US-Präsident Trump will die besonders bei jungen Menschen beliebte Smartphone-App "aus den USA verbannen".
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

Foto:

Patrick Semansky/ dpa

US-Präsident Donald Trump will die internationale Videoplattform TikTok in seinem Land verbieten. "Was TikTok betrifft, so verbannen wir sie aus den USA", sagte Trump mitreisenden Journalisten zufolge am Freitagabend (Ortszeit) in seinem Regierungsflugzeug Air Force One. "Nun, ich habe diese Macht. Ich kann es mit einer Präsidentenverfügung oder damit [einer wirtschaftlichen Notstandsermächtigung] machen", sagte er. Er plane, bereits an diesem Samstag gegen die Videoplattform vorzugehen.

TikTok ist die internationale Videoplattform des chinesischen Unternehmens ByteDance, das in China die zensierte Version Douyin betreibt. Wegen Sicherheitsbedenken und Sorgen vor einer Kontrolle durch chinesische Behörden spürt das populäre TikTok in den USA schon länger politischen Gegenwind. In Indien wurde die Plattform, die sich selbst als unpolitisch sieht, bereits verboten. Wegen des Argwohns im Ausland bemüht sich das Unternehmen schon länger, seine internationale Plattform von der chinesischen Version zu trennen.

Trump machte den mitreisenden Journalisten zufolge zudem deutlich, dass er nicht für einen Deal sei, bei dem ein US-Unternehmen den amerikanischen Betrieb von TikTok kaufe. Am Freitag war laut Kreisen bekannt geworden, dass der US-Softwareriese Microsoft an TikTok interessiert sei. Das Unternehmen verhandele über den Kauf des US-Geschäfts, hatten die Nachrichtenagentur Bloomberg sowie die "New York Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet.

Zuvor hatte Außenminister Mike Pompeo eine Sperre von TikTok in den USA nicht ausgeschlossen. Nach seinen Angaben könnten damit private Informationen in die Hände der Kommunistischen Partei Chinas gelangen. TikTok selbst betont, dass es seine Nutzerdaten auf Servern in den USA und Singapur speichere und die chinesische Regierung keinen Zugriff auf jene Daten habe. Firmenchef Kevin Mayer hatte am Mittwoch in einem Blogpost geschrieben , TikTok sei zur "neuesten Zielscheibe geworden", es sei aber "nicht der Feind".

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

In Peking hatte man die vergangene Woche angekündigte Sicherheitsüberprüfung der App bereits scharf kritisiert: "Die USA stellen eine Schuldvermutung auf und drohen chinesischen Unternehmen ohne Grund", hatte Außenamtssprecher Wang Wenbin gesagt. Die USA sollten allen Mitspielern am Markt, darunter auch chinesischen Unternehmen, ein "offenes, gerechtes und nicht-diskriminierendes Umfeld" bieten.

Eine ausführliche Analyse zum Streit über die Videoplattform finden Sie hier: Warum die US-Regierung TikTok prüft - und China das ärgert

TikTok ist vor allem bei jungen Menschen beliebt und hat weltweit fast eine Milliarde Nutzer. Die Videoplattform wurde auch durch die Zusammenlegung mit der Mitsing-App Musical.ly groß, die mit einer Lippensynchronisierungsfunktion für selbstgedrehte Videos Erfolg hatte. ByteDance hatte Musical.ly 2017 gekauft und 2018 mit TikTok fusioniert.

oka/AFP/dpa