Angebliche Beleidigungen Mohammeds Türkisches Gericht droht mit Facebook-Sperre

Nach YouTube und Twitter könnte bald auch Facebook in der Türkei blockiert werden: Ein Gericht fordert die Sperrung bestimmter Seiten des sozialen Netzwerks. Notfalls müsse das ganze Angebot blockiert werden.
Facebook-App auf einem Handy (Symbolbild): Wird der Zugang in der Türkei generell gesperrt?

Facebook-App auf einem Handy (Symbolbild): Wird der Zugang in der Türkei generell gesperrt?

Foto: VALENTIN FLAURAUD/ REUTERS

Das Gericht in der Hauptstadt Ankara hat der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge angeordnet, Facebook-Seiten zu blockieren, auf denen der Prophet Mohammed beleidigt wird. Sollte das nicht geschehen, müsse der Zugang zu dem sozialen Netzwerk generell gesperrt werden. Anlass für die Gerichtsentscheidung waren staatsanwaltschaftliche Untersuchungen wegen angeblicher Mohammed-Beleidigungen in dem sozialen Netzwerk.

Erst vor Kurzem hatte die türkische Justiz Ermittlungen gegen zwei Journalisten eingeleitet, die in ihren Beiträgen in der Zeitung "Cumhuriyet" die jüngste Mohammed-Karikatur vom Titel der französischen Satirezeitung "Charlie Hebdo" veröffentlicht hatten. Vergangene Woche war außerdem bekanntgeworden, dass ein Gericht die Twitter- und Facebook-Konten eines geheimnisvollen Widersachers des Präsidenten Erdogan hat sperren lassen.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte erklärt, die Türkei werde "Beleidigungen unseres Propheten" nicht hinnehmen. Im vergangenen Jahr hatten die türkischen Behörden vorübergehend die Zugänge zu Twitter und YouTube gesperrt.

In der Kurdenmetropole Diyarbakir im Südosten der Türkei gingen am Samstag etwa 70.000 Menschen auf die Straße und verurteilten die bildliche Darstellung Mohammeds. Bilder des Propheten Mohammed werden von vielen Muslimen als Blasphemie verurteilt, obwohl der Islam kein entsprechendes Bilderverbot kennt.

mbö/AFP/AP
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