Verstoß gegen Richtlinien Twitter sperrt Trump für zwölf Stunden – und vielleicht auch länger

Donald Trump wiederholt auf Twitter ohne Beweise seine Betrugsvorwürfe und nimmt Unterstützer in Schutz, die ins US-Kapitol eindrangen. Twitter zieht Konsequenzen und sperrt erstmals seinen Account.
Donald Trump auf Twitter: Sperre für mindestens zwölf Stunden

Donald Trump auf Twitter: Sperre für mindestens zwölf Stunden

Foto: Valentin Wolf / imagebroker / imago images

Twitter hat den Account von US-Präsident Donald Trump für mindestens zwölf Stunden gesperrt. Das teilte die Plattform mit, nachdem sie drei Tweets des Präsidenten wegen Verstößen gegen die Twitter-Richtlinien entfernt hatte. Sollten die Tweets nicht von Trumps Account gelöscht werden, würde die Sperre verlängert, hieß es.

»Zukünftige Verstöße gegen die Twitter-Regeln, einschließlich unserer Richtlinien zur Integrität staatsbürgerlicher Prozesse oder zu gewalttätigen Drohungen, führen zu einer dauerhaften Sperrung des Accounts«, erklärte Twitter. Trump hat auf dem Account 88,7 Millionen sogenannte Follower, Twitter gilt als Lieblingsmedium des Präsidenten.

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Später teilte auch Facebook mit, Trumps Account auf seiner Plattform zu sperren. »Wir haben zwei Richtlinienverstöße auf Präsident Trumps Seite festgestellt, die zu einer 24-Stunden-Funktionssperre führen«, schrieb Facebook auf Twitter . »Das bedeutet, dass er während dieser Zeit nicht mehr auf der Plattform posten kann.«

Twitter, YouTube und Facebook löschen Trump-Video

Trump hatte auf Twitter unter anderem ein Video veröffentlicht, in dem er seine Unterstützer, die ins US-Kapitol eingedrungen waren, aufforderte, friedlich zu bleiben. In dem Video wiederholte er seine unbegründeten Betrugsvorwürfe zur Präsidentschaftswahl, die er verloren hat. Trumps Video wurde zunächst von Twitter wegen unbelegter Betrugsvorwürfe mit einem Warnhinweis versehen, der in dieser Schärfe neu war – der Tweet konnte weder geteilt noch beantwortet werden. Wenig später wurde das Video gelöscht, dasselbe hatten zuvor auch Facebook und YouTube auf ihren Plattformen getan.

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Twitter löschte nach dem Video umgehend auch einen weiteren Beitrag Trumps, in dem er schrieb: »Das sind Dinge und Ereignisse, die passieren, wenn ein Erdrutschsieg so unvermittelt und gemein« gestohlen werde. Trumps Anhänger hatten zuvor das Parlamentsgebäude in Washington erstürmt, während die Beratungen zur Bestätigung des Wahlsiegs seines Nachfolgers Joe Biden liefen.

Nach dem Sturm auf das US-Parlament hatte Twitter bereits ein härteres Vorgehen gegen Beiträge angekündigt, die weitere Gewalt auslösen könnten. Solche Tweets könnten nicht mehr weiterverbreitet, beantwortet oder mit einem »Like« versehen werden, teilte Twitter mit.

ptz/dpa/Reuters/AFP