Gary McKinnon Der Ufo-Hacker wird doch nicht ausgeliefert

Gary McKinnon wird nicht an die USA ausgeliefert. Die britische Innenministerin begründet die Entscheidung mit akuter Selbstmordgefahr des Hackers, der vor rund zehn Jahren in US-Militärcomputer eingedrungen sein soll. Er suchte dort angeblich nach Ufo-Unterlagen.
Gary McKinnon: Der "größte Militärhacker aller Zeiten" wird doch nicht ausgeliefert

Gary McKinnon: Der "größte Militärhacker aller Zeiten" wird doch nicht ausgeliefert

Foto: Bruno Vincent/ Getty Images

Gary McKinnon soll nun doch nicht von Großbritannien an die USA ausgeliefert werden. Vor dem britischen Parlament erklärte Innenministerin Theresa May, sie sei zu dem Schluss gekommen, es bestünde die Gefahr, der Hacker könnte Selbstmord begehen, würde man ihn an die Behörden der Vereinigten Staaten überstellen. Die Entscheidung, den Mann auszuliefern, sei deshalb "inkompatibel zu McKinnons Menschenrechten." Sie habe den Auslieferungsentscheid deshalb zurückgezogen, erklärte May den Abgeordneten.

Die US-Staatsanwaltschaft wirft McKinnon vor, mehrere Jahre lang in Systeme der Regierung eingedrungen zu sein und dabei einen Schaden von 700.000 bis 900.000 Dollar angerichtet zu haben. Nicht durch Vandalismus, wohlgemerkt, sondern allein durch die Tatsache, dass ihm seine zahlreichen Einbrüche überhaupt gelungen waren und die Behörden kostspielige Sicherheits-Updates durchführen mussten. Aufgefallen war McKinnons Eindringen, als er kurz nach dem 11. September 2001 in den Datenbanken der Earle Naval Weapons Station herumgeschnüffelt hatte: Angeblich soll sein Eindringen die Funktionen "kritischer Systeme" behindert haben, die daraufhin für drei Tage abgeschaltet wurden. Im Jahr 2002 wurde McKinnon schließlich von britischen Fahndern identifiziert und verhaftet.

2006 schließlich kam der damalige britische Innenminister John Reid dem Auslieferungsantrag der USA nach und entschied, den damals 40-Jährigen auszuliefern. Seither kämpft der Mann, der auch als "größter Militärhacker aller Zeiten" bezeichnet wird, gegen die Auslieferung. Es folgte ein jahrelanger juristischer Schlagabtausch vor britischen Gerichten. Immer wieder zog McKinnon dabei den Kürzeren. Mal entschied das britische Oberhaus gegen seine Berufung, mal entschied der High Court gegen die Einsprüche des Hackers.

McKinnon beteuerte dabei stets, sich lediglich aus Neugier und auf der Suche nach neuen Erkenntnissen zu Ufos in die Sicherheitssysteme der USA eingehackt zu haben. Er habe sich in den Militärnetzen nur mit einem sehr klar definierten Ziel umgesehen, zwei Jahre lang habe er vor allem nach Beweisen für die Existenz so genannter Ufo-Technologien gesucht, sagte er 2006 in einem Interview der BBC. McKinnon glaubt, die US-Regierung unterdrücke Informationen über Technologien, mit denen sich unter anderem weitgehend kostenlos Energie erzeugen lasse.

McKinnon will in den Datenbanken eines "Geheimprojekte" unter anderem Fotos von Außerirdischen gefunden haben, außerdem Belege für die Existenz von Anti-Schwerkraft-Technik.

In Großbritannien wird McKinnon von Oppositionsparteien und Lobbyorganisationen von Autismus- und Asperger-Kranken unterstützt. Seine Anwälte hatten vor dem High Court argumentiert, McKinnon sei nicht bösartig, sondern "exzentrisch". Seine Suche nach UFO-Beweisen in Computernetzen begann McKinnon Ende der 90er, sie soll zunehmend obsessive Züge gehabt haben.

mak
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