Zweiter Vorfall innerhalb einer Woche Hacker senden falschen Luftalarm in Russland
Raketen über der Ukraine: Unbekannte wollten Angst in Russland schüren
Foto: Vadim Belikov / dpaZum zweiten Mal innerhalb einer Woche wurden in Russland falsche Luftalarme verbreitet. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, haben mehrere lokale Radio- und TV-Sender Warnungen vor unmittelbar bevorstehenden Raketenangriffen gesendet, in denen die Bevölkerung aufgefordert wurde, Schutzräume aufzusuchen. Die russischen Behörden dementierten kurz danach die Bedrohung: »Infolge eines Hackerangriffs auf die Server von Radio- und Fernsehsendern wurden in einigen Regionen des Landes Informationen über die Ankündigung eines Luftalarms verbreitet«, teilte das Zivilschutzministerium mit.
Bereits am vergangenen Mittwoch war es zu seinem ähnlichen Vorfall gekommen. Die Hörer mehrerer Radiosender hatten am Morgen eine dringende Warnung vernommen: »Achtung, es wird Luftalarm ausgerufen. Alle müssen sofort in Schutzräume gehen. Achtung, Achtung, es besteht die Gefahr eines Raketenangriffs.« Wenig später teilte der Zivilschutz im Nachrichtendienst Telegram mit: »Diese Information ist eine Fälschung und entspricht nicht der Wirklichkeit.«
Gazprom-Tochter gehackt
Gazprom Media hat der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti inzwischen einen Angriff auf die eigene Infrastruktur bestätigt. Der Konzern betreibt eine Reihe von TV- und Radiosendern in Russland. In sozialen Medien wurde ein Bild verbreitet, in dem sich ein Mann vor einer Rakete in Sicherheit zu bringen versucht. Es soll von lokalen TV-Sendern zusammen mit dem Fehlalarm ausgestrahlt worden sein.
Seit Russland vor einem Jahr das Nachbarland Ukraine überfallen hat, gibt es immer wieder Protestaktionen von Kriegsgegnern, darunter auch Brandanschläge auf militärische Einrichtungen. Ob die falschen Alarmmeldungen eine Art Protest sein sollten, war aber zunächst nicht klar. In russischen Staatsmedien beschuldigten mehrere Lokalpolitiker die Ukraine für die Fehlalarme, eine Stellungnahme aus Kiew liegt bisher nicht vor.
Am vergangenen Dienstag waren die Internetseiten des staatlichen Fernsehens während der Liveübertragung der Rede zur Lage der Nation von Präsident Wladimir Putin per Onlinestream zusammengebrochen. Auch dafür machten die Behörden einen Hackerangriff verantwortlich.