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Fehlgeschlagener Gegenangriff der Ukraine Musk-Biograf nimmt Aussage zu Starlink im eigenen Buch zurück

In seinem Buch schreibt Walter Isaacson, Elon Musk habe 2022 Starlink über der Krim deaktiviert, um einen Angriff der Ukrainer auf die russische Flotte zu verhindern. Nun ändert er seine Darstellung.
Start einer SpaceX-Rakete mit Starlink-Satelliten: »SpaceX hat nichts deaktiviert«

Start einer SpaceX-Rakete mit Starlink-Satelliten: »SpaceX hat nichts deaktiviert«

Foto: Malcolm Denemark / AP

Kurz vor der Veröffentlichung der Biografie »Elon Musk« von Walter Isaacson ging ein Auszug daraus um die Welt: »Elon Musk hat im vergangenen Jahr heimlich seine Ingenieure angewiesen, das Starlink-Satelliten-Netzwerk in der Nähe der Krimküste abzuschalten, um einen ukrainischen Überraschungsangriff auf die russische Flotte zu unterbrechen«, schrieb beispielsweise CNN  am vergangenen Freitag. In der »Washington Post«  erschien der entsprechende Auszug aus dem Buch. Der SPIEGEL veröffentlichte eine Meldung mit Bezug auf die US-Medien. Und auch im Interview mit dem SPIEGEL  stellte Isaacson die Begebenheit so dar. Musk soll Angst gehabt haben, dass Russland auf den Drohnenangriff mit einem Atomschlag gegen die Ukraine reagieren könnte.

Noch am Freitag hatte Musk selbst auf seiner Plattform X, ehemals Twitter, dieser Darstellung widersprochen – wenn auch ohne weitere Ausführungen oder gar Belege: »Die betreffenden Starlink-Regionen waren nicht aktiviert. SpaceX hat nichts deaktiviert.« Es habe eine Notfallanfrage ukrainischer Regierungsbehörden gegeben, Starlink bis nach Sewastopol zu aktivieren, »die offensichtliche Absicht war es, den Großteil der dort ankernden russischen Flotte zu versenken. Wenn ich der Anfrage zugestimmt hätte, wäre SpaceX eindeutig Teil eines bedeutenden kriegerischen Akts und einer Eskalation des Konflikts geworden.«

Hat Musk den Internetdienst von Starlink in einer bestimmten Region gezielt abgeschaltet oder war es im Zielgebiet der Ukraine noch gar nicht aktiv und hätte erst angeschaltet werden müssen? Dies ist der Unterschied zwischen den beiden Schilderungen.

Am Wochenende reagierte dann auch Isaacson. Auf X schrieb er : »Auf der Grundlage meiner Gespräche mit Musk« habe er »fälschlicherweise gedacht«, der Milliardär habe erst in der Nacht des versuchten ukrainischen Überraschungsangriffs entschieden, dass die Ukrainer Starlink über der Krim nicht verwenden dürfen. Musk sage jetzt, »dass die Richtlinie schon früher implementiert worden war, aber die Ukrainer hätten das nicht gewusst, und in jener Nacht habe er die Richtlinie nur bekräftigt.« Und weiter : »Um die Starlink-Sache zu klären: Die Ukrainer DACHTEN, die Netzabdeckung sei bis zur Krim aktiv, war sie aber nicht. Sie baten Musk, es für die Unterwasserdrohnen-Attacke auf die russische Flotte bereitzustellen. Musk stellte es nicht bereit, weil er dachte, vermutlich zu Recht, das würde einen großen Krieg auslösen.«

In Isaacsons Buch steht damit etwas anders, als Musk und Isaacson nun im sozialen Netzwerk X schreiben.