Ukraine Mobiltelefone von Cyberangriffen betroffen

Andauernde Kommunikationsstörung: Angehörige des ukrainischen Parlaments haben seit Montag offenbar Probleme mit ihren Mobiltelefonen. Der Auslöser soll Technik sein, die auf der Halbinsel Krim installiert wurde.
Geheimdienstchef Valentin Nalivaichenko: Probleme mit dem Mobiltelefon

Geheimdienstchef Valentin Nalivaichenko: Probleme mit dem Mobiltelefon

Foto: SERGEI SUPINSKY/ AFP

Das ukrainische Telekommunikationssystem ist Ziel von Cyberangriffen geworden, meldet der nationale Geheimdienst. In einer Presseerklärung berichtete Dienstchef Valentin Nalivaichenko am Dienstag von einem augenscheinlich andauernden Angriff auf Mobiltelefone. Neben ihm seien Angehörige des ukrainischen Parlaments betroffen, "den zweiten Tag in Folge".

Welche Technik für die Attacke genutzt wurde, ist bislang nicht näher präzisiert worden. Nalivaichenko verortet den Ursprung des Angriffs aber auf der Halbinsel Krim. Am Eingang zur staatlichen Telefongesellschaft Ukrtelecom sei dort "illegal und gegen alle Handelsverträge verstoßend" Equipment installiert worden, "das mein Telefon blockiert, genau wie die Telefone anderer Abgeordneter, unabhängig von ihrer politischen Zugehörigkeit."

Die Geheimdienste seien nun dabei, die Kommunikationssicherheit wieder herzustellen. Auf eine solch "schamlose" Gesetzesverletzung sei man nicht vorbereitet gewesen. Unklar ist am Dienstagmittag noch, ob die Attacke ausschließlich auf Politiker und somit auf bestimmte Mobilgeräte zielt oder ob zum Beispiel auch politisch nicht engagierte Bürger betroffen sind.

Berichte über Probleme beim ukrainischen Telekommunikationssystem hatte es bereits in den vergangenen Tagen gegeben. Ukrtelecom hatte am Freitag gemeldet, dass es auf der Krim aufgrund von Sabotage praktisch keinen funktionierenden Telefon- oder Internetdienst mehr gebe . Ein Sprecher der ukrainischen Grenzsoldaten sagte, russische Kräfte hätten die Mobiltelefondienste in einigen Gebieten auf der Krim geblockt.

mbö/Reuters
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