Umfrageergebnis Die Mehrheit will keine Massenüberwachung

Einer Umfrage von Amnesty International zufolge lehnt die Mehrheit die Massenüberwachung von Internet- und Telefonverbindungen ab. Selbst in den USA haben die Geheimdienste demnach kaum Rückhalt.
Logo des US-Geheimdienstes NSA: Auch US-Amerikaner sehen Überwachung kritisch

Logo des US-Geheimdienstes NSA: Auch US-Amerikaner sehen Überwachung kritisch

Foto: Nicolas Armer/ picture alliance / dpa

Nicht nur die Deutschen stehen einer Massenüberwachung durch die eigene Regierung kritisch gegenüber. Auch in den Staaten des "Five Eyes"-Geheimdienstverbunds lehnt die Mehrheit der Bevölkerung eine Massenüberwachung durch die eigene Regierung ab. So lautet das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

Für die Umfrage wurden im Februar 2015 etwa 15.000 Menschen in 13 Ländern befragt, darunter Deutschland, Frankreich und Südafrika sowie die USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland.

Im Durchschnitt sprechen sich 59 Prozent der Befragten gegen die Überwachung ihrer Internet- und Mobilfunknutzung durch die eigene Regierung aus. Am größten ist die Ablehnung mit 69 Prozent in Deutschland, wie Amnesty International mitteilt.

Die ablehnende Haltung lässt jedoch nach, wenn es bei der Überwachung um ausländische Bürger im eigenen Land geht. Gegen ein solches Vorgehen sprechen sich nur 49 Prozent der Befragten Deutschen aus. 39 Prozent denken, dass die Internetnutzung und Mobilfunk-Kommunikation ausländischer Bürger in Deutschland durchaus überwacht werden sollte.

Besonders ablehnende Haltung bei US-Behörden

Der Umfrage zufolge lehnen 81 Prozent der befragten Deutschen eine Überwachung der Internetnutzung in Deutschland durch US-Behörden ab. Nicht viel anders sieht es in den Mitgliedstaaten der "Five Eyes"-Allianz aus. Dort sprechen sich durchschnittlich 70 Prozent der Befragten gegen die US-Überwachung aus.

Auch das US-Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center hat US-Bürger nach ihrer Meinung zur Überwachung durch die eigene Regierung befragt. Demzufolge findet eine Mehrheit von 57 Prozent der Befragten das Vorgehen ihrer eigenen Geheimdienste inakzeptabel. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die Amnesty-Umfrage, wonach 63 Prozent der US-Bürger die Überwachung ihrer Internetnutzung durch US-Behörden ablehnen.

Amnesty International spricht sich grundsätzlich gegen Massenüberwachung aus. Von der deutschen Bundesregierung fordert die Menschenrechtsorganisation, das Recht auf Privatsphäre besser zu schützen. "Die Bundesregierung muss offenlegen, ob deutsche Nachrichtendienste menschenrechtswidrige Überwachungen betreiben und sie in diesem Fall unverzüglich beenden", schreibt eine Expertin von Amnesty International.

mei
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