Universität Rostock Rektor will Snowden doch nicht zum Ehrendoktor machen

Kommando zurück: Die Ehrendoktorwürde könnte dem Whistleblower Edward Snowden jetzt doch verwehrt bleiben. Der Rektor der Uni Rockstock hat das Verfahren gestoppt. Es fehle die wissenschaftliche Leistung Snowdens.

Edward Snowden: Die juristische Begründung des Rektor wird jetzt geprüft
REUTERS/ ACLU

Edward Snowden: Die juristische Begründung des Rektor wird jetzt geprüft


Rostock - Der amerikanische Whistleblower Edward Snowden wird vorerst doch nicht Ehrendoktor der Universität Rostock. Rektor Wolfgang Schareck hat das von der Philosophischen Fakultät initiierte Verfahren vorläufig gestoppt. Sollten sich Uni-Leitung und Fakultät darüber nicht einigen können, werde das Landesbildungsministerium hinzugezogen, sagte Schareck der Nachrichtenagentur dpa.

Die Fakultät hatte beschlossen, Snowden die Ehrendoktorwürde zu verleihen. Mit der Enthüllung der Abhörpraktiken der NSA habe der frühere Geheimdienst-Mitarbeiter die Funktion eines klassischen Aufklärers erfüllt, hieß es zur Begründung. Die Prodekanin der Philosophischen Fakultät, Gesa Mackenthun, nannte Snowden einen "Kolumbus des Digitalzeitalters".

Der Rektor, der über die Rechtmäßigkeit des Verfahrens entscheiden muss, sieht jedoch nicht die notwendigen wissenschaftlichen Leistungen Snowdens. Die Fakultät will nun die juristische Begründung des Rektors prüfen und sich über mögliche Konsequenzen informieren. "Wir sind weiter der Ansicht, ein korrektes Verfahren in Gang gesetzt zu haben", so ihr Dekan Hans-Jürgen von Wensierski.

juh/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.