WikiLeaks Assange-Unterstützer sollen zahlen

Die Jagd auf Julian Assange wird verschärft: Sollte sich der WikiLeaks-Gründer bis November nicht der britischen Polizei stellen, müssen neun seiner Unterstützer zahlen. Insgesamt geht um mehr als 100.000 Euro Bürgschaft.

Assange-Sympathisant in London: Gerichtsauflagen verletzt, Unterstützer sollen zahlen
REUTERS

Assange-Sympathisant in London: Gerichtsauflagen verletzt, Unterstützer sollen zahlen


London - Der Druck erhöht sich: Wegen der Flucht des WikiLeaks-Gründers Julian Assange in die ecuadorianische Botschaft in London müssen jetzt neun seiner Unterstützer eine hohe Bürgschaft an die britische Justiz zahlen.

Richter Howard Riddle sagte am Montag, sie hätten als Bürgen ihre Pflicht verletzt, Assanges Auslieferung an die britische Justiz sicherzustellen. Daher müssten sie im kommenden Monat insgesamt 93.500 Pfund zahlen, wenn sich der Angeklagte nicht stelle. Umgerechnet sind das rund 116.000 Euro.

Es sind teils prominente Helfer, die für Assange gerade stehen wollen. Zu den neun betroffenen Unterstützern gehören laut "Huffington Post" der australische Autor und Journalist Phillip Knightley, der Wissenschaftler John Sulston sowie die Schauspielerin und Aktivistin Tracy Worcester. Die neun Bürgen haben sich jeweils mit Beträgen zwischen 3500 und 15.000 Pfund verpflichtet.

Bei dem Geld handelt es sich um eine Bürgschaft, mit der seine Flucht verhindert werden sollte. Sie ist Teil der Auflagen unter denen Assange im Dezember 2010 aus der Untersuchungshaft freigelassen worden war. Da Assange durch seine Flucht in die ecuadorianische Botschaft im Juli gegen diese Auflagen verstoßen hat, wird die Bürgschaft nun eingefordert. Auch die Kaution von 200.000 Pfund, die weitere Unterstützer gezahlt hatten, wird einbehalten.

Eigentlich soll der Australier in Schweden zu Vorwürfen sexueller Vergehen vernommen werden. Nach eigenen Angaben befürchtete er aber, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihn die Justiz wegen Spionage und Geheimnisverrats belangen könnte. Im August erhielt der 41-Jährige offiziell Asyl in Ecuador. Sollte er das Gebäude der ecuadorianischen Botschaft verlassen, droht ihm die Festnahme durch die britische Polizei.

WikiLeaks hatte durch die Veröffentlichung von Informationen zu den Einsätzen im Irak und in Afghanistan sowie von rund 250.000 vertraulichen US-Diplomatendepeschen den Zorn der Regierung in Washington auf sich gezogen. Die USA haben bisher jedoch keine juristischen Schritte gegen Assange unternommen.

juh/AFP



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Kalaschnikowa 08.10.2012
1. Verschärfung????
Zitat von sysopGetty ImagesDie Jagd auf Julian Assange wird verschärft: Sollte sich der WikiLeaks-Gründer bis November nicht der britischen Polizei stellen, müssen neun seiner Unterstützer zahlen. Insgesamt geht um mehr als 100.000 Euro Bürgschaft. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/unterstuetzer-von-julian-assange-muessen-buergschaft-zahlen-a-860154.html
Das ist doch keine Verschärfung! Bei Bürgschaften und Kautionen ist es doch üblich, die Summe einzubehaten, wenn der "Übeltäter" sich der Justiz entzieht!!
kein Ideologe 08.10.2012
2. 35345
Zitat von KalaschnikowaDas ist doch keine Verschärfung! Bei Bürgschaften und Kautionen ist es doch üblich, die Summe einzubehaten, wenn der "Übeltäter" sich der Justiz entzieht!!
stimmt. Aber bei Assange gilt es ja auch als Verschärfung, wenn eine -zugegeben halsstarrige- Staatsanwältin sich weigert Extrawürste zu braten.
Observer 08.10.2012
3. Gibt es vielleicht
ein Spendenkonto oder eine Aktion des Crowdfunding? Wahrscheinich wäre ich nicht der einzige, der etwas beitragen möchte, um die Bürgen zu entlasten.
derdriu 08.10.2012
4. Das is klar
Dafür ist die Bürgschaft da... Kann denn keiner dafür bürgen, dass die Schweden ihr Zeug mit ihm regeln und die USA sich da raushalten? Dann hätte die ganze Farce ein Ende. Die USA haben sicher großes Interesse, Assange in die Finger zu bekommen. Es gibt nur leider keine gesetzliche Grundlage. Ach, was sag ich: das hat die USA ja noch nie gehindert... Die Briten könnten doch für die USA bürgen, sich rauszuhalten. Das wär was...
mathaeus 08.10.2012
5. Same idea!
Zitat von Observerein Spendenkonto oder eine Aktion des Crowdfunding? Wahrscheinich wäre ich nicht der einzige, der etwas beitragen möchte, um die Bürgen zu entlasten.
Ich würde ja auch was spenden mit PAYPAL, VISA oder MASTERCARD, aber die netten Leute lassens ja nicht mehr zu...
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