Urheberrechtsreform Zurück in die nostalgische Wunschrealität

Das EU-Parlament hat mehrheitlich für eine Urheberrechtsreform gestimmt, die sich nicht an der neuen Wirklichkeit orientiert, schrieb Sascha Lobo in seiner Kolumne. Im Podcast reagiert er nun auf Leser-Kommentare.

Abgeordnete im Europaparlament
PATRICK SEEGER / EPA-EFE / REX

Abgeordnete im Europaparlament


Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #86 Urheberrechtsreform: Pyrrhussieg heißt jetzt Voss-Sieg

Die europäische Urheberrechtsreform sei "der Versuch, die Regeln des analogen 20. Jahrhunderts dem digitalen 21. Jahrhundert überzustülpen", schrieb Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne. Deshalb müsse sie zwingend scheitern.

Vor allem stört sich Lobo daran, dass die Wissenschaft im Vorfeld der Abstimmung im EU-Parlament konsequent ignoriert wurde, während ein Politiker wie Elmar Brok von der CDU, der jahrelang von Bertelsmann bezahlt wurde, eine "massive und von Algorithmen gesteuerte Kampagne der großen Internetkonzerne" herbeifabulieren durfte.

Im Podcast kommentiert Lobo die Reaktionen von Lesern. Und er geht der Frage nach, wie präfaktische, realitätsblinde Politik zu vermeiden ist.

Wie und wo kann ich den Podcast abonnieren?

Sie finden "Sascha Lobo - Der Debatten-Podcast von SPIEGEL ONLINE" regelmäßig sonntags auf SPIEGEL ONLINE (einfach oben auf den roten Play-Button drücken) und auf Podcast-Plattformen wie iTunes, Spotify, Deezer oder Soundcloud. Sie können den Podcast aber auch auf Ihr Smartphone, Tablet oder Ihren Computer herunterladen. So können Sie ihn jederzeit abspielen - auch wenn Sie offline sind.

Wenn Sie keine Folge verpassen wollen, sollten Sie den Podcast von Sascha Lobo abonnieren, es kostet nichts.

Falls Sie diesen Text auf einem iPhone oder iPad lesen, klicken Sie hier, um direkt in Apples Podcast-App zu gelangen. Klicken Sie auf den Abonnieren-Button, um gratis jede Woche eine neue Folge direkt auf Ihr Gerät zu bekommen.

Falls Sie ein Android-Gerät nutzen, können Sie sich eine Podcast-App wie Podcast Addict, Pocket Casts oder andere herunterladen und dort "Sascha Lobo - Der Debatten-Podcast von SPIEGEL ONLINE" zu Ihren Abos hinzufügen.



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gossenphilosoph 31.03.2019
1. Bezahlt
Welche Seite bezahlt wurde dürfte eigentlich klar sein. Die Abgeordneten die für die Reform gestimmt haben - und die haben die Frechheit zu behaupten das der Protest für die Freiheit (die Adenauer und seine Generation für uns gewählt haben) sei 'bezahlterProtest' von Google und Facebook. Sorry Adenauer -#niemehrcdu - das haben die sich verdient. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
shrufu 01.04.2019
2.
Ich würde das was da aus der Politik nicht zu persönlich oder ernst nehmen.. sie kamen hauptsächlich aus konservativen Lagern und die sehen natürlich was für Auswirkungen motivierte junge Wähler in den USA bewirken können. Gleichzeitig glaube ich, und stehe soviel ich weiß in einer absoluten Minderheit, dass die entsprechenden Gesetze ua auch einen anderen Hintergrund hatten als derjenige der öffentlich diskutiert wurde, was es für engstirnige besonders einfach macht so manche Sprüche und Haltungen abzulassen. Das fragwürdige war wohl eher die Methode die auf Trump niveau war. Statt sich also von solchen Grabenkämpfen ablenken zu lassen würde ich vorschlagen zu wählen und vor allem den Wahlkampf zu beeinflussen. Leider geht es da schon los das der hashstag niemehrcdu genau nichts darüber aussagt was denn Sinn macht.. immerhin schickt die cdu gerade alle jüngeren auf Tour die man so finden konnte. Ist das jetzt ne präfaktische oder postfaktische Sache?
AntiLuckerMD 01.04.2019
3. Verlust einer Generation
Das wichtigste Problem der ganzen Urheberrechtsdebatte kam aus meiner Sicht im Debatten-Cast zu kurz. Häufig hört man von der Verrohung des Tons, sowohl im Bundestag und anderen Parlamenten, aber auch in der Gesellschaft. So verwendeten Populisten zuletzt Begriffe, um junge Menschen zu beschreiben, wie: Bots, leicht Beeinflussbare, bezahlte Demonstranten u.ä., dies führt jedoch nur dazu, dass man eine ganze Generation (bzw. die Wähler die, die nächsten Jahrzehnte prägen werden), die man in Toto nicht ernst nehmen und hören wollte in andere politische Richtungen gedrängt werden. Selten haben es unsere Verfassungsfeinde es so leicht gemacht bekommen. Dabei werden gerade diese in den kommenden Jahren eins der größten Gesellschaftlichen Probleme in Deutschland und Europa werden. Gerade die Rechten sind ohnehin schon traurigerweise äußerst geschickt und erfolgreich in ihrer Außendarstellung und nun schließt eine "Volkspartei" auch noch eine ganze Alterklasse (ca. U30) aus der "politischen Mitte" aus. Inhaltlich kann man sowohl für oder gegen die Urheberrechtsreform sein, z.T. auch mit guten Argumenten auf beiden Seiten, allerdings müssen wir als Gesellschaft darauf achten, dass populistische Methoden weiterhin öffentlich geächtet werden und keinen Platz in der gesellschaftlichen Mitte haben dürfen. In politischen Diskussionen muss man allen, soweit sie die Würde des Menschen nicht zur Disposition stellen, ZUhören, auch wenn man im Ergebnis nicht AUF sie hören will.
shrufu 01.04.2019
4. Verbesserung
Wobei ich muss wohl Teile zurücknehmen.. Grundsätzlich scheinen solche Bewegungen wie die Gelbwesten oder die Klimabewegung vom potential her erfolgreicher, da sie parteiliche Spaltung, Erlahmung und Hieriarchie umgehen, auf einzelne Themen setzen und auf diese weise sich viele angesprochen fühlen. Bei dem Thema Generationenkonflikt sehe ich eher das man sich etwas geschickter verhalten muss. Stärkere kooperation eines Gesellschaftsteils kann, so eine umstrittene Theorie, zu einer Kooperationssteigerung der restlichen führen und ich habe den Verdacht so könnte es sich zZ in Form eines gemeinsamen Feindbilds oder Standards ausspielen. Es kann also vllt sein das es geschickter wäre wenn die "Jungen" ein paar ältere darunter mischen ;) ohne die Deutungshoheit zu verspielen.. Da diese Bewegung nicht zentralisiert ist würde es wohl schwierig werden. Kompromissbereitschaft sehe ich nicht. Mehr könnte der Generationenkonflikt vllt noch welche dazu gebracht haben sich über die Klimaerwärmung anders zu äußern als bisher. Andererseits kann es auch andere zum nachdenken gebracht haben über die Dimension der Sache. Ich bin nicht sicher aber bei der Urheberrechtsreform schien es nicht so einen jugendliches Aushängeschild zu haben und es schien kraft entwickelt zu haben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.