"Stop the Steal" Facebook sperrt rasant wachsende Gruppe von Trump-Anhängern

Die Demokraten stehlen Trump die Wahl – mit dieser Botschaft sammelte eine Facebook-Gruppe innerhalb eines Tages mehr als 360.000 Mitglieder. Jetzt hat das Portal sie gesperrt.
"Stop the steal" - eine der Parolen der Trump-Anhänger nach der Wahl

"Stop the steal" - eine der Parolen der Trump-Anhänger nach der Wahl

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John Bazemore / AP

Schon bevor der Wahltag kam, begann US-Präsident Donald Trump, Zweifel zu säen. Eine seiner Botschaften: Bei der Wahl werde manipuliert, vor allem bei der Briefwahl. Mittlerweile forderte Trump wiederholt, die Auszählungen zu stoppen und twitterte von einem "Betrug an der Öffentlichkeit".

Belege für seine Vorwürfe lieferte Trump keine, doch die Botschaften wirkten. "Stop the steal" lautet eine der Parolen, die Trump-Anhänger bei Demonstrationen am Donnerstag skandierten. Wie schnell sich Desinformationen ausbreiten, zeigt auch eine Seite auf Facebook. Dort sammelte eine öffentliche Gruppe mit dem Namen "Stop the steal" innerhalb eines Tages mehr als 365.000 Mitglieder. Etwa alle zehn Sekunden kamen 1000 neue dazu. Jetzt hat Facebook die Seite gesperrt.

Unter den Gruppenmitgliedern habe man besorgniserregende Aufforderungen zur Gewalt gefunden, erklärte eine Facebook-Sprecherin in einem Statement. Organisiert wurde die Seite von der Gruppe "Women for America First", die unter anderem gegen Covid-19-Einschränkungen eintritt und Trump während seines Amtsenthebungsverfahrens unterstützte.

Facebook und Twitter: Auch Trumps Falschbehauptungen gekennzeichnet

Facebook und Twitter hatten auch Trumps frühe Behauptung, er habe die Wahl gewonnen, gekennzeichnet und mit Warnhinweisen versehen. "Sobald Präsident Trump anfing, verfrühte Behauptungen über seinen Sieg zu verbreiten, haben wir auf Facebook und Instagram darauf hingewiesen, dass die Stimmen noch gezählt werden und ein Gewinner noch nicht prognostiziert wurde", teilte Facebook mit 

Unter einem von Trump geteilten Video, das Manipulation unterstellt, schrieb Facebook außerdem, dass Wahlbetrug extrem selten sei und verlinkte auf eine Informationsseite.

Nach Ansicht von OSZE-Wahlbeobachtern gibt es keine Grundlage für die Betrugsvorwürfe des Präsidenten. "Trumps Manipulationsvorwürfe sind haltlos", sagte Missionsleiter Michael Link der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". Durch seine unbegründeten Behauptungen von Unregelmäßigkeiten bei der Wahl habe der US-Präsident dem Vertrauen der Öffentlichkeit in demokratische Institutionen geschadet, heißt es in einem Bericht der Organisation .

Angesichts des engen Rennens und des sich abzeichnenden juristischen Kampfes um das Wahlergebnis stieg vielerorts die Nervosität. In der Metropole Detroit in Michigan versuchte eine Gruppe von Trump-Anhängern in ein Wahllokal einzudringen, um die Auszählung zu stoppen. Die Gruppe wurde von Sicherheitspersonal gestoppt. Ähnliche Szenen spielten sich vor einem Wahllokal im Bezirk Maricopa in Arizona ab, wobei einige Trump-Anhänger offen Waffen bei sich trugen.

irb/dpa/Reuters