Gegen Forenregeln verstoßen Reddit sperrt Gruppe mit 800.000 Trump-Anhängern

Im Kampf gegen Hassrede im Netz räumt die Onlineplattform Reddit auf. 2000 Gruppen sollen gesperrt werden, darunter auch von Trump-Unterstützern. Twitch geht noch weiter und sperrt den Kanal des US-Präsidenten.
Trump am Smartphone: Allzu viel Freude dürfte er in den sozialen Netzwerken derzeit nicht haben

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Alex Brandon/ dpa

Die Onlineplattform Reddit hat eine große Unterstützergruppe von US-Präsident Donald Trump geschlossen. Die Aktion ist Teil einer Kampagne, in der Reddit die Verbreitung von hasserfüllten Inhalten bekämpfen will.

Den neuen Regeln zufolge sollen Nutzer, die hasserfüllte Botschaften wie zum Beispiel rassistische Inhalte posten, künftig gesperrt werden, wie die Plattform erklärte. Zunächst würden 2000 Gruppen gesperrt, von denen die meisten inaktiv seien.

Die bei Trumps Anhängern beliebte Gruppe "The_Donald" habe wiederholt gegen die Regeln des Forums verstoßen, erklärte Reddit weiter. Die Moderatoren hätten sich geweigert, "unsere einfachsten Erwartungen zu erfüllen". Der "New York Times" zufolge  hatte die Gruppe zuletzt knapp 800.000 Mitglieder.

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Eine weitere große und eher linkslastige Gruppe ("Chapo Trap House") werde ebenfalls wegen anhaltenden Verstößen gegen die Richtlinien gesperrt, hieß es. Die Plattform betonte, alle politischen Meinungen seien auf Reddit willkommen, aber alle Nutzer müssten sich an die Regeln halten.

Twitch sperrt Kanal von Trump

Die Videoplattform Twitch ging sogar noch einen Schritt weiter. Sie sperrte Trumps Kanal und begründete die Aktion mit dem hasserfüllten Verhalten auf dem Kanal.

Trumps Kanal sei wegen beleidigender Kommentare in einem Stream zeitweilig suspendiert worden, teilte eine Twitch-Sprecherin mit. Zudem sei der betreffende Inhalt entfernt worden.

Twitch gehört zum Internetriesen Amazon. Dessen CEO, Jeff Bezos, ist unter anderem Inhaber der "Washington Post" und gilt als scharfer Kritiker Donald Trumps.

Facebook und Co. unter Druck

Soziale Netzwerke waren zuletzt verstärkt unter Druck geraten, gegen Rassismus, Diskriminierung und Hassbotschaften vorzugehen.

Besonders Facebook geriet dabei zunehmend in die Kritik. Zahlreiche Firmen - darunter auch bekannte Namen wie Coca-Cola, Honda, Unilever und Starbucks - kündigten an, ihre Werbung in sozialen Netzwerken infolge der Debatte über Hassbotschaften bis auf Weiteres auszusetzen.

Zuletzt hatte der deutsche Konsumgüterkonzern Henkel angekündigt, seine Werbung auf Facebook im Juli auszusetzen. Das Düsseldorfer Unternehmen zieht somit beispielsweise Werbung für das Waschmittel Persil zurück.

Facebook war unter anderem dafür kritisiert worden, anders als Twitter nicht gegen umstrittene Posts von Trump vorzugehen. Zudem haben der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai in Minneapolis und die darauffolgenden landesweiten Proteste die öffentliche Aufmerksamkeit auch auf den Umgang der sozialen Medien mit Hass und Rassismus gelenkt.

hba/dpa/Reuters