Abmahnung von Verbraucherschützern E-Plus nimmt teure "Datenautomatik" zurück

Zu hohe Handyrechnungen: Verbraucherschützer haben E-Plus eine versteckte Kostenfalle in Mobilfunk-Verträgen vorgeworfen. Das Unternehmen ändert die umstrittene Regelung nun.
E-Plus-Zentrale: Erfolgreich abgemahnt wegen Kostenfalle

E-Plus-Zentrale: Erfolgreich abgemahnt wegen Kostenfalle

Foto: E-Plus

Verbraucherschützer haben den Mobilfunkanbieter E-Plus wegen einer neuen Tarifänderung abgemahnt. E-Plus hatte die Tarifänderung namens Datenautomatik am 1. Juni für alle neuen Verträge der hauseigenen Marke Base eingeführt. Sie sollte auch nach und nach bei automatischen Vertragsverlängerungen übernommen werden und besagt Folgendes: Wer sein Datenvolumen fürs mobile Internet ausreizt, erhält bis zu dreimal zusätzliches Volumen - gegen einen Aufpreis.

Für jeweils zwei Euro gibt es nach der Datenautomatik-Regelung zusätzlich bis zu dreimal weitere ungedrosselte 100 Megabyte dazu. Erst danach wird die Surfgeschwindigkeit für den Rest des Monats auf 56 Kilobit pro Sekunde gedrosselt. Kunden drohen also im Zweifel Zusatzkosten von bis zu sechs Euro im Monat.

E-Plus habe Kunden mit Base-Verträgen fürs mobile Internet über die vereinbarte Datengrenze hinaus kostenpflichtiges Volumen fürs schnelle Surfen unterjubeln wollen, so die Kritik der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen  .

Nach der Abmahnung der Verbraucherschützer lenkte E-Plus ein: Das Unternehmen will die umstrittene Regelung zum 1. August ändern. Außerdem sollen Kunden, die sich nie bewusst für die Datenautomatik entschieden haben, möglichen bereits entstandenen Zusatzkosten widersprechen können.

Nachtrag (17. Juli 2014, 17.30 Uhr): E-Plus weist in einer Mitteilung darauf hin, dass die Abwahl der Datenautomatik schon seit einiger Zeit über die Hotline des Unternehmens möglich gewesen sei. Künftig würden Base-Kunden per SMS auf die zusätzlichen Kosten hingewiesen, und zwar "vor der automatischen Umstellung".

aks/afp
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