Verbraucherschutz EU wirft Klingelton-Trickser aus dem Netz

Die EU feiert einen Erfolg im Vorgehen gegen einige Klingelton-Anbieter. Über fünfzig als rechtswidrig eingestufte Internetangebote seien geschlossen worden, weitere knapp 159 korrigiert. In Italien mussten einige Branchenriesen Strafen zahlen.
Kinder mit Handys: EU geht gegen Klingelton-Abzocker vor

Kinder mit Handys: EU geht gegen Klingelton-Abzocker vor

Foto: Patrick Pleul/ picture-alliance/ dpa

Brüssel - Europaweiter Schlag gegen Klingelton-Abzocke: Wegen Missbrauchs beim Verkauf von Handy-Klingeltönen sind nach Angaben der EU-Kommission mehr als 200 Internetplattformen korrigiert oder geschlossen worden. Von den 301 Websites, die bei einer EU-weiten Untersuchung im Juni 2008 als rechtswidrig eingestuft wurden, seien 159 korrigiert und 54 abgeschaltet worden, teilte EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva mit. Dies entspreche einer Erfolgsquote von 70 Prozent.

Bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse im vergangenen Jahr hatte Kuneva allerdings noch von 466 problembehafteten Websites gesprochen. Verstöße gegen das Verbraucherrecht konnten aber nur in 301 Fällen festgestellt werden, wie die Kommission nun erklärte. In Deutschland wurden den Angaben zufolge bei 13 Websites Rechtsverstöße festgestellt, alle diese Fälle seien mittlerweile gelöst. Ein Verstoß gegen das Verbraucherrecht liegt unter anderem vor, wenn Klingeltöne als kostenlos beworben werden, den Kunden aber tatsächlich ein Abonnement untergejubelt wird.

Die italienischen Behörden verhängten im Zuge der Untersuchung saftige Bußgelder gegen neun Unternehmen: Telecom Italia, Vodafone, Wind, Dada, Zed, H3G, Zeng, Fox Mobile und Tutto gratis müssen nach Angaben der EU-Kommission wegen unvollständiger Preisinformationen für Handy-Klingeltöne insgesamt zwei Millionen Euro Strafe zahlen.

cis/AP
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