Visumsanträge für die USA Angaben zu Social-Media-Profilen sind jetzt Pflicht

Die US-Regierung möchte künftig wissen, wie Visa-Antragsteller in sozialen Medien heißen. Außerdem fragt sie aktuelle und frühere Telefonnummern ab. Die Änderung betrifft pro Jahr Millionen Menschen.
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Antragsteller für ein US-Visum werden künftig auch nach ihren Social-Media-Profilen sowie nach Telefonnummern und E-Mail-Adressen gefragt. Das US-Außenministerium bestätigte am Sonntag Medienberichte zum Thema .

"Das US-Außenministerium hat seine Antragsformulare für Migranten- und Nicht-Migranten-Visa angepasst, um von den meisten Antragstellern zusätzliche Informationen zu erfragen", heißt es in einer Stellungnahme - inklusive "Social-Media-Identifikatoren". Die Maßnahme war bereits 2017 angekündigt worden. Die zusätzlichen Informationen sollen dabei helfen, die Identität des Antragstellers abzusichern, heißt es.

Bisher mussten nur einige Antragsteller ihre Social-Media-Benutzernamen und E-Mail-Adressen angeben - etwa solche, die zuvor in Ländern unterwegs waren, die von Terrororganisationen kontrolliert werden. Die Rede ist von ungefähr 65.000 Personen im Jahr. Künftig sollen fast alle der jährlich 15 Millionen Visa-Antragsteller entsprechende Angaben machen. Die wenigen Ausnahmen betreffen etwa Visa für Diplomaten.

Auf den Antragsformularen werden nur einige bestimmte Social-Media-Plattformen abgefragt. Es geht um Accounts, die in den vergangenen fünf Jahren genutzt wurden. Freiwillig können die Antragsteller - falls vorhanden - auch noch weitere Social-Media-Profile angeben. Auch bei den E-Mail-Adressen und Telefonnummern geht es um Kontaktdaten aus den vergangenen fünf Jahren.

Wer nur für einen Urlaub in die USA fliegt, dürfte der Regelung entgehen. Die meisten Touristen und Besucher, die aus Deutschland in die USA einreisen, nutzen kein Visum, sondern das Programm ESTA, das den Verzicht auf ein Visum bei einer befristeten Aufenthaltsdauer vorsieht. Auch in ESTA-Formularen lassen sich Angaben zu Social-Media-Konten machen, diese Angaben sind jedoch optional.

mbö/dpa/AP
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