Pornowebsite Jugendschützer wollen xHamster sperren

Neuer Ärger für einen Pornoanbieter: Wegen mangelhafter Jugendschutzeinstellungen soll dessen Provider die Website für deutsche Nutzer komplett sperren.
Der Zugang zu Pornoportalen ist meist mit einem Mausklick erledigt

Der Zugang zu Pornoportalen ist meist mit einem Mausklick erledigt

Foto: Federico Gambarini/DPA

Ein weiteres Pornoportal bekommt Ärger mit der deutschen Medienaufsicht. Wie die Kommission für Jugendmedienschutz mitteilt, wollen die deutschen Behörden den Hosting-Provider der Pornowebsite xHamster zwingen, deutsche Nutzer auszusperren.

Bereits vor einem Jahr hatte die Landesanstalt für Medien NRW begonnen, Pornoportalen wie PornHub ein Ultimatum zu stellen: Entweder sie etablieren Jugendschutzmaßnahmen nach den deutschen Standards oder es drohen Netzsperren. Dazu sind lange Verfahren notwendig an deren Ende Netzsperren stehen können, die deutsche Endkunden-Provider zwingen, den Zugang zu den fraglichen Seiten zu sperren.

Derzeit sind beim Verwaltungsgericht Düsseldorf mehrere Verfahren anhängig, mit denen sich die Anbieter der Portale gegen diesen deutschen Sonderweg im Jugendschutz wehren wollen. Die Pornounternehmen argumentieren, dass sie ihre Websites nach einem internationalen Standard kennzeichnen, der es Eltern leicht machen soll, die Angebote auf den Geräten ihrer Kinder zu sperren.

Viele Pornoanbieter verschleiern ihre IT-Provider

Die deutsche Gesetzgebung verfolgt jedoch den umgekehrten Ansatz: Jugendgefährdende Portale sollen nur erreichbar sein, wenn die Volljährigkeit der Nutzer nachgewiesen ist. »Es ist ja letztlich denkbar einfach: Wer mit Pornografie  im deutschen Markt Geld verdienen möchte, muss sich an die deutschen Gesetze halten«, sagt der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Tobias Schmid.

Wie das IT-Portal »Golem« berichtet  konnte die Landesanstalt für Medien nun den Hosting-Provider von xHamster ermitteln. Dies ist nicht trivial, da viele Pornoportale ihre IT-Infrastruktur mithilfe von Cloud-Diensten verschleiern. Trotzdem sei es den Medienwächtern gelungen, herauszufinden, bei welchem Provider die Server mit den Pornofilmen liegen. Dieser bekommt nun ein behördliches Schreiben aus Deutschland. »Weitere Angaben zur Identität des Host-Providers können wir aus Verfahrensgründen aktuell nicht machen«, erklärt die Landesanstalt für Medien auf Anfrage des SPIEGEL. xHamster selbst reagierte auf eine Anfrage nicht.

Die Online-Pornobranche bekommt zurzeit besonders viel Gegenwind. Pornoportale wie xHamster und PornHub wurden im vergangenen Jahr dafür kritisiert, dass sie nicht genug dafür getan haben, illegal aufgenommene Videos  zu löschen. Zahlungsanbieter haben deshalb ihre Zusammenarbeit mit einigen Portalen eingestellt. Dieser Punkt spielt in den Verfahren der deutschen Medienwächter allerdings keine Rolle.

tmk
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