Cyberattacke auf Yahoo Hacker erbeuten Daten von mehr als einer Milliarde Konten

Der Internet-Konzern Yahoo räumt den womöglich größten Hack aller Zeiten ein: Daten von mehr als einer Milliarde Konten wurden 2013 abgegriffen - teilweise auch die sensiblen persönliche Informationen.
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Foto: © Denis Balibouse / Reuters/ REUTERS

Viele Nutzer des US-Internetanbieters Yahoo sind nach Angaben des Unternehmens Opfer eines bislang unbekannten Hackerangriffs geworden. Die Hacker hätten wahrscheinlich im August 2013 persönliche Daten von mehr als einer Milliarde Konten erbeutet, teilte Yahoo mit . Die Attacke sei von einer "nicht autorisierten dritten Partei" geführt worden.

Es handele sich wohl um einen anderen Vorfall als den Hackerangriff von 2014, bei dem rund 500 Millionen Konten betroffen waren. Diesen Angriff hatte Yahoo im September dieses Jahres bekannt gemacht. Dabei ging es den Angaben zufolge um persönliche Daten wie Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtsdaten und verschlüsselte Passwörter.

Auch bei dem nun bekannt gewordenen Hackerangriff - gemessen an der Zahl betroffener Nutzer ist es der bislang größte bekanntgewordene überhaupt - soll es sich laut der Mitteilung um solche persönlichen Daten gehandelt haben. Auch Sicherheitsfragen und -antworten, die ins Spiel kommen, wenn Nutzer Passwörter vergessen, sollen teilweise abgeflossen sein.

Yahoo vermutet staatliche Hacker hinter der Attacke

Informationen über Bankkonten oder Zahlungsmethoden seien nicht gestohlen worden (hier lesen Sie, wie Sie sich gegen Hackerangriffe wappnen können).

Der Konzern vermutet, dass beide Attacken von denselben Angreifern im Auftrag eines Staates ausgingen. Welchem Land sie zugerechnet werden, ist bis heute nicht mitgeteilt worden.

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Für Yahoo ist der Angriff ein derber Rückschlag und könnte den Konzern noch tiefer in die Krise drücken. Yahoo-Chefin Marissa Mayer war es nicht gelungen, das von den Rivalen Google und Facebook an den Rand gedrängte Unternehmen wieder in die Erfolgsspur zu bringen.

Die jüngste Mitteilung könnte die geplante Übernahme durch den Telekommunikationsriesen Verizon weiter gefährden: Schon nach Bekanntwerden des Hackerangriffs von 2014 wollte Verizon in Nachverhandlungen den Preis drücken. Nun teilte Verizon mit, den im Juli ausgehandelten Kauf des Yahoo-Webgeschäfts für 4,8 Milliarden Dollar prüfen zu wollen.

fab/aar/AP/Reuters/dpa