Probleme mit Beleidigungen und Belästigungen YouTube verschärft seine Richtlinien
Die Videoplattform YouTube verschärft nach Kritik ihr Vorgehen gegen Beleidigungen und Belästigungen. "Wir werden keine Inhalte mehr dulden, in denen andere Personen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, physischen Merkmale, sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität oder Zugehörigkeit zu einer geschützten Gruppe böswillig beleidigt werden", heißt es von der Google-Tochter in einem Blogeintrag . Dies gelte für alle Menschen - "ob für Privatpersonen, YouTube-Creator oder öffentliche Amtsträger".
"Belästigungen auf YouTube schaden unserer Community", schreibt YouTube außerdem, "denn sie verängstigen die Nutzer und hindern viele daran, ihre Meinung offen zu äußern und miteinander in Kontakt zu treten."
YouTube betont, schon im dritten Quartal dieses Jahres über 16 Millionen Kommentare entfernt zu haben, die klar gegen die bisherigen Richtlinien verstoßen hätten. Außerdem wird hervorgehoben, dass man schon immer gegen Videos vorgegangen sei, "die einzelne Personen offen bedrohen, persönliche Informationen über sie preisgeben oder zur Belästigung gegen andere Menschen aufrufen".
Nun wolle das Unternehmen aber noch "einen Schritt weiter gehen", heißt es, und nicht nur offene Drohungen unterbinden, sondern auch "verschleierte oder indirekte Drohungen". Beispielhaft erwähnt YouTube in diesem Kontext "Inhalte, in denen Gewalt gegen eine Person simuliert wird oder eine Sprache, die potenzielle körperliche Gewalt androht".
Kein Geld mehr durch Klicks
Wer wiederholt gegen die verschärften Richtlinien gegen Belästigungen verstößt, soll künftig vom YouTube-Partnerprogramm ausgenommen werden: Derjenige könne dann kein Geld mehr auf YouTube verdienen, schreibt YouTube. Als mögliche Sanktionen werden aber auch das Entfernen von Videos oder die Kündigung für den ganzen Kanal in den Raum gestellt.
Die Änderung der Richtlinien, die sich ausdrücklich auf Videos, aber auch auf Nutzerkommentare bezieht, folgt auf eine monatelange Debatte. Für Aufsehen hatte unter anderem ein Fall aus den USA gesorgt. Der homosexuelle Journalist Carlos Maza, ein Latino, wurde wiederholt von einem konservativen Comedian angegriffen - und zwar mit Bezug auf seine sexuelle Orientierung und seine ethnische Herkunft.
YouTube erklärte zunächst, die Äußerungen des Comedians Steven Crowder verstießen nicht gegen die Richtlinien. Nach Kritik an dieser Entscheidung verlor Crowders YouTube-Kanal dann die Möglichkeit, Werbung zu schalten. Mit den neuen Regeln dürften einige der Videos aus Crowders Youtube-Kanal gelöscht werden.
Mit Software gegen die schlimmsten Postings
Bei seinem Vorgehen gegen problematische Inhalte auf seiner Plattform setzt YouTube sowohl auf Meldungen seiner Nutzer und Moderation, als auch auf Technik. So verweist das Unternehmen auf ein System, das die wirklich böswilligen Kommentare herausfiltern soll, "ohne dabei alle negativen oder kritischen Kommentare zu verhindern".
Von den Videomachern sei dazu positives Feedback gekommen, schreibt YouTube. Vor diesem Hintergrund habe man die Funktion vergangene Woche standardmäßig auf den größten Kanälen aktiviert, zu denen dem Unternehmen zufolge auch die meistgenutzten Kommentarbereiche der Plattform gehören. Bis zum Jahresende werde die Funktion nun "für fast alle Kanäle" aktiviert. Videomacher könnten sie auf Wunsch aber auch deaktivieren.