Neue Sicherheitsbehörde Zitis Bundes-Hacker ziehen nach München

Die neue Sicherheitsbehörde Zitis soll für die Bundesregierung verschlüsselte Chats knacken. Jetzt steht fest: Die Truppe, die letztlich 400 Mitarbeiter zählen soll, wird in München aufgebaut.

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Der Bund siedelt seine neue Sicherheitsbehörde Zitis zur Entschlüsselung der Online-Kommunikation von Cyberkriminellen und Terroristen in München an. Das hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) entschieden.

Die "Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich" soll nicht selbst Polizei- oder Geheimdienstaufgaben übernehmen, sondern forschen, entwickeln und die technische Expertise für die Sicherheitsbehörden übernehmen.

Zur technischen Expertise, an der es den Bundesbehörden fehlt, gehört das Entziffern verschlüsselter Botschaften. So sind Chat-Programme wie WhatsApp oder Facebooks Messenger inzwischen standardmäßig verschlüsselt, was den Sicherheitsbehörden die Überwachung der Kommunikation erschwert.

Ermittler sind seit Jahren frustriert wegen des Verschlüsselungsbooms. Immer wieder beobachten sie das Phänomen des going dark, also des Abtauchens von Verdächtigen und ihrer Kommunikation in geschützte Bereiche des Internets.

400 Stellen geplant

Die Pläne zur Einrichtung der neuen Zentralstelle waren bereits im vergangenen Sommer bekannt geworden, noch nicht bekannt war bisher der Standort. Mit dem schrittweisen Aufbau der neuen Behörde soll im Laufe dieses Jahres begonnen werden. Zunächst sollen 120 Stellen besetzt werden, für das Jahr 2022 sind dann 400 Stellen eingeplant.

Kritiker bemängeln fehlende Kontrollen für die Arbeit von Zitis. Auch gibt es rechtliche Zweifel, was die Zulässigkeit des staatlichen Knackens von Verschlüsselungen beziehungsweise für den Einsatz von Trojanern vor Beginn einer Verschlüsselung angeht.

"Dass Zitis nach München kommt, ist eine gute Nachricht", sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). "Zitis ist in Bayern gut aufgehoben, weil wir bereits erhebliche Kompetenzen im Bereich der Informationstechnik und IT-Sicherheit aufweisen."

fab/dpa



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