Betrugsfall OneCoin FBI setzt »Krypto-Queen« auf Liste der zehn meistgesuchten Verbrecher

Ruja Ignatova erfand die Gaga-Währung OneCoin, brachte Millionen Investoren um ihr Geld – und verschwand dann spurlos. Nun findet sie sich auf der berühmten »Ten Most Wanted«-Liste der US-Bundespolizei wieder.
FBI-Poster, mit dem die US-Bundespolizei nach Ruja Ignatova sucht

FBI-Poster, mit dem die US-Bundespolizei nach Ruja Ignatova sucht

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HANDOUT / AFP

Die US-Bundespolizei FBI hat die mutmaßliche Kryptobetrügerin Ruja Ignatova auf ihre Liste der zehn meistgesuchten Verbrecherinnen und Verbrecher gesetzt. »Ignatova wird wegen der mutmaßlichen Führung eines massiven Betrugsprogramms gesucht, von dem Millionen von Anlegern weltweit betroffen waren«, heißt es in einer Erklärung des FBI .

Die Behörde verspricht darin zudem eine Belohnung von bis zu 100.000 US-Dollar (rund 95.000 Euro) für Hinweise, die zu Ignatovas Verhaftung führen. Das FBI warnt zudem, dass die 42-Jährige – Spitzname: »Krypto-Queen« – mit bewaffneten Bewachern reisen könnte. Zudem habe sie sich womöglich einem chirurgischen Eingriff unterzogen oder ihr Aussehen auf andere Art verändert.

Ignatova wurde in Bulgarien geboren und hat die deutsche Staatsbürgerschaft: Sie ging im Schwarzwald-Ort Schramberg zur Schule und promovierte in Konstanz am Bodensee in Rechtswissenschaften. Ihr wird zur Last gelegt, Investoren in der ganzen Welt veranlasst zu haben, in die tatsächlich wertlose Währung OneCoin zu investieren. US-Gerichtsdokumenten zufolge soll sie durch den Kryptobetrug mindestens 3,4 Milliarden Dollar erbeutet haben, womöglich sogar mehr als vier Milliarden Dollar.

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Die 42-Jährige ist seit Oktober 2017 untergetaucht. Sie verschwand nach einer Reise von der bulgarischen Hauptstadt Sofia in die griechische Hauptstadt Athen. Nach Ignatova wird weltweit gefahndet .

In Deutschland wird gegen sie wegen Geldwäsche sowie gemeinschaftlichen Betrugs in einem besonders schweren Fall ermittelt. Im Mai wurde auch in der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY ... ungelöst« ein öffentlicher Fahndungsaufruf zu ihr gezeigt (mehr zu den Ermittlungen gegen Ignatova und gegen ihre mutmaßlichen Komplizen können Sie hier nachlesen).

Das FBI hofft nun eigenen Angaben zufolge, dass Ignatovas Platzierung auf der »Ten Most Wanted«-Liste  dem Fall neue Aufmerksamkeit beschere. »Es gibt so viele Opfer auf der ganzen Welt, die finanziell zugrunde gegangen sind«, sagte Ronald Shimko vom FBI New York. Man wolle Gerechtigkeit.

Die »Ten Most Wanted«-Liste des FBI gibt es inzwischen seit 72 Jahren. Ignatova ist der Behörde zufolge erst die elfte Frau, die darauf erscheint.

aar/AFP
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