Plattform für Erotik-Abos OnlyFans macht zwei Milliarden Dollar Umsatz

Bilder und Videos, die Instagram sofort löschen würde: Wie neue Zahlen zeigen, ist das Webportal OnlyFans in den vergangenen Monaten stark gewachsen – auch mithilfe prominenter Neuankömmlinge.
Rapperin Cardi B: Einer der großen Stars auf OnlyFans

Rapperin Cardi B: Einer der großen Stars auf OnlyFans

Foto: Mike Blake/REUTERS

Das Online-Abo-Portal OnlyFans gilt in der Digitalbranche als einer der großen Aufsteiger der vergangenen Monate. Immer mehr Netzbekanntheiten, vor allem aus dem Bereich Livestreaming und Erotik, nutzen den Dienst, um zahlenden Abonnenten dort exklusive Inhalte zur Verfügung zu stellen – beispielsweise Nacktaufnahmen, wie sie auf Plattformen wie Facebook, Instagram oder TikTok nicht erlaubt sind (mehr zum Prinzip von OnlyFans erklären dieser Artikel sowie dieser Podcast).

Der Wirtschaftsdienst Bloomberg  hat von Tim Stokely, dem Chef von OnlyFans, nun aktuelle Zahlen zur Größe der Plattform erhalten. Das Portal kommt demnach auf mittlerweile 85 Millionen Nutzerinnen und Nutzer und über eine Million Inhaltproduzenten. 2020 rechne OnlyFans mit Umsätzen in Höhe von mehr als zwei Milliarden Dollar, so Stokely, wovon voraussichtlich rund 400 Millionen Dollar beim Unternehmen selbst hängen bleiben. Jeden Tag kämen derzeit 500.000 neue Nutzer hinzu.

Damit ist OnlyFans in jüngster Zeit stark gewachsen. Dem SPIEGEL nannte OnlyFans im März noch eine Zahl von 24 Millionen registrierten Nutzern, bei 500.000 aktiven Uploadern. Erklären lässt sich dieses steigende Interesse mit der zunehmenden Bekanntheit der Plattform, aber auch damit, dass immer häufiger auch Prominente jenseits von Sex- und Pornobranche die Plattform in ihr Social-Media-Portfolio einbauen.

OnlyFans will expandieren

So stellte etwa die Schauspielerin Bella Thorne einen Rekord auf, als sie Ende August einen OnlyFans-Account einrichtete und damit binnen 24 Stunden über eine Million Dollar umsetzte. Auch die Rapperin Cardi B nutzte im Sommer OnlyFans, um dort Hinter-den-Kulissen-Aufnahmen ihres Videodrehs zum Song »WAP« zu veröffentlichen. Auf Instagram stellte Cardi B dazu klar , entgegen entsprechender Gerüchte werde sie auf OnlyFans weder ihre Vagina, noch ihre Brüste oder ihren Po präsentieren: »Es wird ein Ort nur für mich und meine Fans sein.«

OnlyFans wird von London aus betrieben, dem Bloomberg-Bericht zufolge will das Unternehmen neue Büros in Asien und Lateinamerika aufbauen. Weiter heißt es, OnlyFans plane derzeit den Aufbau eines eigenen Streamingdienstes namens OFTV. Dort sollen zum Beispiel Interviews mit Videomachern veröffentlicht werden.

Das Portal existiert seit 2016 und hat einige Konkurrenten wie beispielsweise die Fanabo-Plattform Patreon. Von den Umsätzen, die Inhaltproduzenten über OnlyFans generieren, werden 80 Prozent an die Künstlerinnen und Künstler ausgeschüttet, 20 Prozent behält die Plattform für ihre Rolle als Dienstleister. Die meisten Nutzer, die selbst Material hochladen, bieten auf dem Portal Monatsabos an, die im Schnitt um die zwölf Dollar kosten. Wie viele Postings Fans im Gegenzug für ihr Geld bekommen, variiert je nach Produzent.

mbö
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