Wachleute und Kameras kontrollieren TikToker an religiösen Stätten in Nepal unerwünscht

Mit respektlosem Verhalten haben manche Influencer offenbar den Bogen überspannt: Religiöse Stätten in Nepal wollen keine Kulisse mehr für TikTok-Videos sein und verbieten es, dort Videos für die App zu filmen.
Mönche an Buddhas Geburtsort Lumbini: TikTok-Tänze sind hier fehl am Platze

Mönche an Buddhas Geburtsort Lumbini: TikTok-Tänze sind hier fehl am Platze

Foto: SHRESTHA/EPA/REX/Shutterstock

Wo Influencer auftreten, kann es auch mal laut werden. Das zumindest zeigte sich bei mehreren religiösen Stätten in Nepal in den letzten Monaten, wie das Nachrichtenportal »Rest Of World« berichtet . Demnach traten einigen TikToker dort offenbar so störend auf, dass einige der Verantwortlichen nun das Erstellen von Videos für die App kurzum verbieten wollen. In einigen Fällen sollen auch »No-TikTok«-Schilder aufgestellt worden sein.

Von dem Bann betroffen sind unter anderem Pilgerstätten an Buddhas Geburtsort Lumbini. »TikTok-Videos zu erstellen, indem man laute Musik spielt, ist ein Ärgernis für Pilger aus aller Welt, die zum Geburtsort von Gautama Buddha kommen«, sagte etwa ein Sprecher der lokalen Organisation »Lumbini Development Trust« dem Portal »Rest of World«. Die Organisation verwaltet die Schreine in Lumbini. Man habe es deshalb verboten, TikTok-Videos in und um den dortigen heiligen Garten zu filmen.

Auch bei der bedeutenden buddhistischen Pilgerstätte Boudhanath-Stupa in Kathmandu sind TikTok-Videos inzwischen offenbar verboten. Hier wurden laut dem Medienbericht sogar Überwachungskameras installiert, um etwaige Verstöße ahnden zu können. Dutzende Wachleute stehen demnach bereit, um Störenfriede mit Selfiestick und Bluetooth-Boxen des Geländes zu verweisen, während die Stadtverwaltung von Kathmandu bereits eine Straßendekoration, die Touristen nach dem Coronalockdown anlocken sollte, wieder abbauen musste. Die Masse an TikTok-Nutzerinnen und Nutzern brachte sonst offenbar den Verkehr zum Erliegen.

Dass die Verwaltung ausgerechnet gegen Nutzerinnen und Nutzer von TikTok vorgeht, könnte auch daran liegen, dass die App in Nepal eine bedeutend größere Rolle spielt als in Deutschland. Zum einen ist die Bevölkerung sehr jung: Beim Zensus 2011 war fast die Hälfte der Bevölkerung unter 19 Jahren, nur fünf Prozent waren über 65 Jahre. Zum anderen sorgten die Ausgangssperren wegen Corona für eine neue Internet-Begeisterung, die TikTok ganz nach oben katapultierte. In nur zwei Jahren schnellte der Anteil der Nutzerinnen und Nutzer von 3 auf 55 Prozent.

tmk
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