Kurz vor der Wahl Russische Hacker sollen US-Regierungsziele attackieren

Ziele sind Computer in Behörden, aber auch im Luftfahrtbereich: Hacker aus Russland fahren derzeit laut US-Angaben massive Angriffe. In mindestens zwei Fällen waren sie demnach erfolgreich.
Computerbildschirme (Symbolbild): "Verwirrung stiften, Chaos säen"

Computerbildschirme (Symbolbild): "Verwirrung stiften, Chaos säen"

Foto: Oliver Berg/ DPA

Weniger als zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA gerät die Einflussnahme ausländischer Agitatoren zunehmend in den Fokus. Einer dieser Player: Russland.

Hacker von dort oder von dort aus beauftragt greifen nach Angaben von US-Behörden aktuell im großen Stil amerikanische Regierungsziele an. Mindestens seit September seien Dutzende Computernetzwerke von Behörden sowie in der Luftfahrtbranche angegriffen worden, teilte die US-Cybersicherheitsagentur am Donnerstag mit. Bis zum 1. Oktober seien Daten von mindestens zwei Servern abgegriffen worden.

Die US-Behörden machen für die Angriffe eine Hackergruppe verantwortlich, die unter anderem unter den Namen "Energetic Bear" und "Dragonfly" bekannt ist. IT-Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass sie im Auftrag der russischen Regierung agiert. In mindestens einem Fall hätten sie unter anderem Unterlagen zur Netzwerk-Konfiguration und zu Passwörtern sowie zum Erstellen von Zugangskarten heruntergeladen.

Am Vortag hatten das US-Justizministerium und die Bundespolizei FBI mitgeteilt, dass Hacker aus Russland und Iran sich Zugriff auf "einige" persönliche Daten registrierter Wähler verschafft hätten. Solche Daten sind allerdings oftmals öffentlich zugänglich. Ziel der Wahleinmischung sei es, "Verwirrung zu stiften, Chaos zu säen und das Vertrauen in die amerikanische Demokratie zu untergraben", hieß es von den US-Behörden.

Das Ziel waren die Daten von Wählern

Konkret hätten iranische Stellen demnach bereits E-Mails verschickt mit dem Ziel, "Wähler einzuschüchtern, sozialen Unfrieden zu schüren und Präsident Trump zu schaden", sagte US-Geheimdienstkoordinator John Ratcliffe. Zusätzlich zu den E-Mails habe Iran ein Video veröffentlicht, in dem fälschlicherweise behauptet werde, dass es leicht sei, im In- und Ausland gefälschte Stimmen abzugeben. Von russischer Seite seien, wie schon 2016, Wählerdaten abgeschöpft worden.

Ratcliffe versicherte aber, die Integrität der Wahl am 3. November sei nicht gefährdet. Der Geheimdienstkoordinator machte keine Angaben dazu, wie viele Wählerdaten Iran und Russland erbeutet haben sollen. Die Daten registrierter Wähler werden in den USA in der Regel vor Ort in Bezirken und Kommunen gespeichert. Es wurden auch keine Angaben dazu gemacht, aus welchen Bundesstaaten oder Orten die Wählerdaten stammen sollen.

jok/dpa
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