Angespielt Bioshock

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Ja! "Bioshock" ist tatsächlich so gut, wie man seit einem Jahr gerne glauben möchte. So lange sind die ersten Bilder aus der Art-Deco-Unterwasserstadt Rapture bekannt, in der "Bioshock" spielt. So lange schon kennt man die morbid-mondänen Bilder des Untergangs, des Verfalls. Vorstellen konnte man sich darunter allerdings wenig.

Jetzt ist zumindest eines klar: "Bioshock" ist ein Ego-Shooter, ein Actionspiel, dessen Umgebung hauptsächlich über einen Gewehrlauf hinweg wahrgenommen wird. Gleichzeitig aber ist "Bioshock" unendlich viel mehr: Eine Studie über Utopien und ihre Auswüchse, über Gentechnologie und Stammzellenforschung, eine Meditation darüber, welche Grenzen der Mensch überschreiten darf und welche nicht. Kurz: Es schafft es, moralische Fragen zu stellen – und sie von den Spielern beantworten zu lassen. Dazu verteilt es Tonbandgeräte in den Leveln, in denen verschiedene Figuren ihre Geschichte erzählen, und sich nach und nach ein Bild dessen ergibt, was in Rapture geschehen ist, was die Stadt untergehen ließ.

Eindrucksvoll auch die Gegner: Sie machen die ganze Tragik des Ortes deutlich. "Bioshock" ist eine Welt, in der man versinken möchte, im verdunkelten Zimmer, mit Kopfhörern abgekapselt von der Realität – um dabei doch viel über die Realität zu erfahren. "Bioshock" ist eines der schönsten, klügsten und vor allem mutigsten Spiele, die in den letzten Jahren erschienen sind. Und es macht Spielern ein wunderbares Geschenk: Es traut ihnen zu, mehr zu verstehen als die Frage, wie man Aliens abschießt.

"Bioshock" von 2K Games; für PC und Xbox 360, ab 40 Euro; USK: Keine Jugendfreigabe

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