Angespielt Fallout 3


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Um "Fallout 3" zu mögen, hilft es vielleicht, die ersten beiden Teile der Reihe nicht zu kennen. Denn dann wäre es ein gutes Action-Rollenspiel mit interessantem Kampfsystem in einer recht bizarren Umgebung: Dem durch einen Atomkrieg zerstörten Washington. Das ist bevölkert von merkwürdigen Wesen: Supermutanten, Zombies, Banditen und ein paar halbwegs normalen Menschen, Siedlern und Bunkerbewohnern. In dieser Landschaft gilt es für den Spieler, den verlorengegangenen Vater der Spielfigur zu finden. Und nebenbei alle möglichen Aufträge zu erledigen, um überhaupt Geld, hier als Kronkorken getarnt, und Essen zu verdienen.

Kampfbetont ist "Fallout 3", auch wenn die deutsche Version um einige sehr blutige Spezialeffekte bereinigt wurde. Es geht darum, sich kämpfend durch die Welt zu bewegen. Und das ist der größte Unterschied zu den Vorgängern, die Ende der neunziger Jahre erschienen und als Klassiker der Spielegeschichte gelten. Die konnte man nämlich auch halbwegs friedlich lösen. Eine Taktik, die im neuen Teil spätestens dann versagt, wenn man auf Supermutanten trifft. Die schießen nämlich erst und fragen lieber gar nicht. Schade auch, dass die politische Intelligenz der ersten beiden Teile verlorengegangen scheint: Wo dort Kommentare zu einzelnen Gesellschaftsformen versteckt waren, wird das hier zu einem nicht gerade subtilen Schwarz und Weiß. Auch der schwarze Humor, der die ersten beiden Teile auszeichnete, hat sich von dezent zu Holzhammer gewandelt. Das ist schade und verdirbt das Spiel für Leute, die bei dem Namen "Fallout" etwas anderes erwarten. Ein spannendes und toll aussehendes Spiel bleibt "Fallout 3" dennoch.

"Fallout 3" von Bethesda, für Xbox 360, PC und Playstation 3; ab ca. 45 Euro; USK: Keine Jugendfreigabe

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