Angespielt Halo 3

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Manche Dinge lassen sich schwer erklären. Die Faszination, die die "Halo"-Reihe auf Millionen von Spielern auszuüben scheint, gehört dazu. Denn eigentlich müsste man sich aufgrund der versammelten Geschmacksverirrungen in diesen Spielen entsetzt abwenden und zur Reinigung erneut " Bioshock" spielen.

"Halo" nämlich ist pseudoreligiöser Science-Fiction-Kitsch, in dem es hauptsächlich darum geht, die Welt zu retten, indem man in die Panzerung des Masterchiefs steigt. Das ist ein Figur, die nicht nur einen denkbar uninspirierten Namen trägt. Sie ist dazu noch von einem charakterlichen Tiefgang, gegen den selbst Luke Skywalker vielschichtig wirkt. Garniert wird das ganze mit einer aufgeblasenen Weltraum-Saga, von der man dank genuschelter Synchronisierung fast nichts versteht. Was vermutlich aber für die geistige Gesundheit ganz gut ist. Kurz: "Halo 3" hat eine Geschichte, von der die Marketing-Abteilung von Microsoft wahrscheinlich glaubt, dass pubertierende Jungen sie unglaublich gut finden und die man deshalb in der Werbung ganz nach vorne stellt. Dazu passen auch die dämlichen Sprüche, die während der Schießgefechte von den Mitstreitern gebrüllt werden.

So ungefähr stellt man sich doch einen gelungenen Kampf vor: Kleine einsiedlerkrebsartige Aliens rennen kreischend davon und rufen mit Quietschestimmchen "Wir werden alle sterben", während die eigenen Mitstreiter aufmunternd rufen, dass sie es dem aber jetzt gezeigt haben. Manche Dinge lassen sich schwer erklären. Und wenn jetzt "Halo"-Fans kommen und darauf bestehen, dass der Onlinespielmodus doch super sei, kann man das gelten lassen. Wer aber verlangt, dass ein Spiel eine gute Geschichte erzählen muss, der ist hier falsch.

"Halo 3" von Microsoft, für Xbox 360, ca. 60 Euro; USK: keine Jugendfreigabe

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