Apple-Gerüchte Vierkern-iMac und Video-iPhone

Apples Einfach-Rechner der iMac-Baureihe brauchen ein Update. Seit neun Monaten werden die schicken Flachbild-Computer unverändert ausgeliefert. Neue Modelle stehen schon in der Warteschleife, heißt es auf Gerüchte-Seiten. Vor allem schneller sollen sie werden, und das gleich zweimal.


Die Zeichen stehen auf Veränderung. Nicht nur in der amerikanische Politik, auch bei Apple. Nachdem das US-Unternehmen die sonst für wichtige Produktankündigungen genutzte Macworld-Messe im Januar ohne echte Highlights vorüberziehen ließ, ist jetzt wieder die Zeit der Gerüchte gekommen. Wann kommen die echten Neuheiten? Womit wird Apple dieses Mal überraschen? Fragen, auf die Blogger und Analysten längst Antworten gefunden zu haben meinen.

Derzeit weit oben auf den Speisekarten der Gerüchteköche: Ein neuer iMac. Das liegt nahe, schließlich hat Apple das derzeit angebotene Modell bereits seit Ende April 2008 im Programm. Es wäre also an der Zeit, seine Ablösung in die Läden zu bringen.

Das dem tatsächlich so sein könnte, deutet die Gerüchte-Seite " Appleinsider" an. Sie will erfahren haben, dass Apple-Händler informiert wurden, das Bestellungen für das aktuelle iMac-Highend-Modell mit 24-Zoll-Display und 3,06-GHz-Prozessor wohl nicht mehr erfüllt werden können. Zudem wurden sie vorgewarnt, dass in den kommenden Wochen auch die übrigen iMac-Modelle nur begrenzt lieferbar sein werden.

Alles muss raus

"Appleinsider" schließt daraus, dass Apple die Produktion des Oberklasse-iMacs möglicherweise schon eingestellt und die der übrigen iMacs heruntergefahren habe. Ein solches Verhalten könne nur auf eine Weise gedeutet werden, heißt es auf der Seite: Apple wolle seinen Lagerbestand abbauen, um Platz für neue Modelle zu schaffen. Klingt logisch.

Von da an aber wird die Gerüchtesuppe zu einem dünnen Süppchen. Denn darüber, wie die vorhergesagten neuen iMacs aussehen, worin sie sich von den aktuellen Modellen unterscheiden werden, gibt es nur dürftige Prognosen. Allein der Analyst Shaw Wu lehnt sich weit aus dem Fenster, glaubt zu wissen, Apple sei eigentlich schon bereit dafür, die Produktion der neuen Geräte aufzunehmen. Nur ein kleines, noch zu lösendes technisches Problem und geschäftliche Gründe hielten Apple noch auf, sagte Wu. Dabei dürfte es sich vor allem um noch zu volle Lager handeln.

Künstliches Gefälle

Wus Quellen zufolge werde Apple die neuen iMacs sowohl mit Dualcore- als auch mit Quadcore-Prozessoren von Intel ausstatten. Dabei sollen in den günstigeren iMacs die Doppelkern-Chips zum Einsatz kommen, während die Vierkern-CPUs der Oberklasse vorbehalten bleiben. Auf diese Weise könnte Apple, besser als mit einfach unterschiedlich getakteten Prozessoren, ein schönes Leistungsgefälle innerhalb der Baureihe erzeugen.

Von Blu-ray-Laufwerken oder Flash-Festplatten, die von vielen Apple-Usern sehnlich erwartet werden, ist bislang nicht die Rede. Ebenso ist unklar, ob die Bildschirme der künftigen iMacs mit LED-Technologie ausgestattet werden, so wie das 24-Zoll-Cinema-Display. Als sicher gilt nur, dass sie über einen Mini-Displayport-Anschluss verfügen werden, an dem man Apples LED-Display anstöpseln kann.

Vorbereitung auf "Snow Leopard"

Am Design der All-in-one-Rechner werde sich kaum etwas ändern, sagte Wu. Lediglich das Kühlkonzept habe überarbeitet werden müssen, um die Abwärme der Quadcore-Chips sicher aus dem Gehäuse leiten zu können. Das dürfte freilich nur dann nötig sein, wenn Apple sich für Standard-Prozessoren entscheidet. Denn neben den normalen Vierkern-CPUs, die bis zu 95 Watt Strom aufnehmen, hat Intel seit kurzem auch Varianten mit dem Kürzel "S" in der Produktbezeichnung im Angebot, die sich bei fast gleicher Leistung mit 65 Watt begnügen.

Vor allem aber könnten Quadcore-Chips im Laufe des Jahres zu einem wichtigen Marketing-Argument für Apple werden. Denn irgendwann, im Sommer wohl, wird das Betriebssystem-Update Mac OS X 10.6 "Snow Leopard" veröffentlicht werden. Zu dessen wichtigsten Neuerungen soll eine kräftig verbesserte Unterstützung von Mehrkern-Prozessoren gehören, von der auch Programme von Drittanbietern profitieren können. Sobald also "Snow Leopard" erscheint, könnte Apple damit werben, den Nachbrenner für seine Rechner zu zünden. Und wenn dann die iMacs einen ordentlichen Leistungsschub abbekommen, würde ihnen das eine Art zweiten Frühling bescheren.

Bis es soweit ist, dürften aber zumindest noch einige Wochen vergehen.

Ein Video-Update für das iPhone

Nicht viel anders sieht es beim iPhone aus, dem offenbar auch demnächst ein Update ins Haus steht. Das werde laut " Informationweek" vor allem in der Lage sein, nicht nur Fotos, sondern auch Videos aufzuzeichnen. Das gehe aus dem iPhone-Patent hervor, das dem Hersteller erst vor wenigen Tagen zugesprochen wurde. Darin sei explizit von Videoaufzeichnungen die Rede.

Wenn Apple sich nun aber die Mühe macht, eine Videofunktion zu integrieren, dann doch bitte gleich richtig, nämlich inklusive Video-Chat. Mit Funktionen wie dieser könnte sich Apple wieder ein wenig von der Konkurrenz absetzen, die in letzter Zeit mit Modellen wie dem HTC Touch HD, dem Nokia 5800 Xpressmusic oder dem T-Mobile G1 deutlich aufgeholt und Apples Entwicklungsvorsprung verringert hat.

Ein iPhone, das Videokonferenzen mit mehreren Teilnehmern herstellen kann, könnte dem iPhone-Fanatismus dagegen neuen Treibstoff liefern, glaubt "Informationweek" - und den Graben zwischen iPhones und Nicht-iPhones wieder verbreitern.

Eine hübsche Idee ist das schon. Bleibt abzuwarten, ob Apples Ingenieure sie auch gehabt haben.

mak



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