Casemodding PCs aus Baumarkt und Wald

Auch unter PC-Bastlern zeichnet sich ein Öko-Trend ab. Bei der Deutschen Casemod Meisterschaft dominierten Naturbaustoffe wie Holz, und Natursteine - die Trophäen gingen jedoch an eher herkömmliche PC-Umbauten.

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Bis zu 700 Arbeitsstunden investieren die Bastler in ihre Um- und Eigenbauten. Vor allem aber investieren sie viel Fantasie. Denn beim sogenannten Casemodding, kommt es nicht auf die Leistung, sondern vor allem auf ungewöhnliche Ideen und deren gekonnte Umsetzung, an.

Bereits zum sechsten Mal trafen sich die besten deutschen PC-Bastler in Dortmund zum Kräfte- und vor allem Fantasiemessen. Im Rahmen der hobbytronic, einer Verkaufsmesse für Hard- und Software, traten rund 60 Teilnehmer im Kampf um die Deutsche Casemod Meisterschaft (DCMM) mit ihren Kreationen gegeneinander an.

Was die Bastler da präsentierten, dürfte herkömmlichen PC-Designern die Tränen in die Augen schießen lassen. Ein echter Hingucker war beispielsweise ein Computer, den sein Konstrukteur komplett in eine Toilette aus dem Baumarkt integrierte. Ebenfalls spektakulär: ein PC, der zu Kühlzwecken komplett in Öl versenkt wurde.

Zum "Spektakulärsten Computer" wurde jedoch der Eigenbau "Broken Sculture II" des 37-jährigen Modding-Veterans Mark Alan Githens gewählt. Githens machte aus seinem PC einen Art Granitblock mit eingebautem Wasserfall.

Über die Sieger der übrigen Kategorien entschied jedoch eine Jury - und bezog in ihre Auswahl offenbar auch Aspekte der Ausführung und Verarbeitung mit ein. So wurde bei den sogenannten Casemods, für die die Wettbewerber normale Seriengehäuse modifizieren, ein Gerät prämiert, das vor allem durch seine ungewöhnliche Kühlung, mithilfe eines kleinen Lüfterturms, auffällt.

Die echten Highlights sind jedoch im Bereich Case Construction, den kompletten Eigenbauten, zu finden. Hier verwenden die Bastler meist vollkommen artfremde Materialien und Grundlagen, um ihre PCs möglichst publikumswirksam zu ummanteln. Mülltonnen, Bierkisten, aber auch einfache Legosteine kommen hier zur Anwendung. Preisträger wurde hier ein Gerät namens "C3", das unbedarfte Beobachter durchaus auch für einen Bodenstaubsauger halten könnten.

Aber darum geht es vielen PC-Bastlern bei ihrem bunten Treiben ja gerade: Die Computer sollen nicht mehr als solche erkennbar sein, sondern eher als Raumschmuck oder gar Kunstwerk gesehen werden - und das ist den Meistern im Modden durchaus gelungen.



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