Cebit-Pressekonferenzen Wie Microsoft das Internet erklärt

Termine, Termine, Termine: Für Journalisten ist die Cebit ein Wettlauf mit der Zeit. Interviews und Pressekonferenzen wechseln in schneller Folge. Gut, wenn dabei wichtige Information vermittelt werden, schlecht, wenn die Veranstalter Grundkurse in Internetkunde abhalten.

So wie Microsoft auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Asus und T-Mobile. Dabei hatte alles so gut angefangen. Es hatte sich offenbar herumgesprochen: Die gemeinsame Veranstaltung der drei Dickschiffe der IT-Branche konnte nur eines bedeuten: Die Unternehmen planen, gemeinsam einen Windows-EeePC mit Mobilfunk-Verbindung anzukündigen.

Das war natürlich ein heißes Thema und entsprechend groß war der Andrang zu der Veranstaltung im Saal 3b des Kongresszentrums auf dem Cebit-Gelände - entsprechend hoch war auch die Erwartungshaltung der Teilnehmer. Man erwartete Details, Strategien, Zeitpläne und Preise zu erfahren.

Doch das Riesenaufgebot an Journalisten hielt es nicht lange auf ihren Stühlen. Alle wichtigen Informationen waren bereits in der Pressemappe verraten worden, die jeder Teilnehmer beim betreten des Saals ausgehändigt bekam: Den EeePC wird es künftig auch mit Windows XP geben, man wird ihn bei T-Mobile kaufen können, weitere Kombipakete sollen im Sommer folgen.

Als dann noch ein Microsoft-Manager begann, dem Fachpublikum das hinlänglich bekannte Online-Angebot Windows Live zu erklären hielt es viele Zuschauer nicht mehr auf ihren Plätzen. Nicht, um stehende Ovationen zu geben, sondern um den Raum fluchtartig zu verlassen.

Wer trotzdem bis zum Ende durchhielt, wurde immerhin mit ein paar netten Detailinformationen von T-Mobile-Mann Michael Wilkens belohnt. Der erklärte, dass einige Wochen nach dem Verkaufsstart des W-Lan-EeePC eine Version mit HSDPA-USB-Stick für Vertragskunden bereitstehen werde. Erst spät im Sommer, kurz bevor die Schule wieder beginnt, soll dann auch die Version für Prepaid-Kunden auf den Markt kommen.

Doch das bekamen die meisten der Anwesenden schon nicht mehr mit, hatten längst begonnen ihre Texte zu tippen und ignorierten, was sich das auf der Bühne tat. Schade, denn eine so gute Idee wie der per Mobilfunk vernetzte Mini-Laptop EeePC hätte eigentlich eine packendere Präsentation verdient.

mak

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