Debatte um "Killerspiele" Spielentwickler drohen mit Abwanderung ins Ausland

Sollte es zu einem Totalverbot der sogenannten Killerspiele kommen, kündigen deutsche Hersteller an, ins Ausland abzuwandern. Der Gesetzesvorschlag von Bayern und Niedersachsen stößt bei den Entwicklern auf Unverständnis.


Berlin - "Es gibt einige Entwickler, die bereits überlegen, wegen der schlechter werdenden Rahmenbedingungen ins Ausland zu gehen", sagte Thomas Dlugaiczyk, Geschäftsführer der Berliner Games Academy, der einzigen Spezialschule Deutschlands für Computerspiel-Entwickler, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Es sei klar, dass die Branche künftig einen Bogen um Deutschland machen werde.

Auch die Vertreiber der Spiele haben große Bedenken gegen eine Verschärfung des Jugendschutzes. "Sinnvolle Regeln zum Jugendschutz begrüßen wir", sagte Niels Bogdan, Sprecher des zweitgrößten europäischen Videospielvertreibers "Ubi Soft". Der aus Bayern eingebrachte Entwurf "schießt über das Ziel hinaus". Welche konkreten Folgen der Entwurf haben werde, sei noch nicht abzusehen, weil viele Dinge noch nicht geklärt seien. Etwa die Frage, wie der Begriff "Killerspiel" überhaupt definiert wird.

Der Gesetzesvorschlag, der von Niedersachsen unterstützt wird, sieht ein generelles Herstellungs- und Verbreitungsverbot für virtuelle Killerspiele vor. Im Bundesrat stößt der Vorschlag auf Widerstand, weil der Zusammenhang zwischen solchen Spielen und Gewalttaten wie in Emsdetten bislang nicht wissenschaftlich belegt ist.

sto/AFP



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