DVD-Filmbeileger Asterix auf Calgonit

Mit einer durchwachsenen Auswahl B-Movies gehen die Magazine mit DVD-Beileger im August an den Start, allerdings finden Schnäppchenjäger darunter gleich zwei Doppelausgaben. Ebenfalls im Rennen: ein Kinofilm im Spülmittelkarton.


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"Alarmstufe: Rot 2", USA 1995. Regie: Geoff Murphy. Darsteller: Steven Seagal, Eric Bogosian. Format: 1,78:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. und "Der Legionär", USA 1998. Regie: Peter MacDonald. Darsteller: Jean-Claude Van Damme, Adewale Akinnuoye-Agbaje. Format: 1,78:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Preis: 3,50 Euro

Es ist doch immer wieder genial, welche verrückten Waffen sich Drehbuchschreiber ausdenken: Diesmal lassen Richard Hatem ("The Mothman-Prophecies") und sein Kollege Matt Reeves einen Satelliten in die Umlaufbahn schießen, der auf Knopfdruck Erbeben auslösen kann. Wie sich das gehört, steckt die CIA hinter dem Wahnsinn, und Ruckzuck verhökert ein geldgieriger Wissenschaftler (Eric Bogosian) das hübsche Spielzeug an Terroristen. Doch unser Held Casey Ryback (Steven Seagal) fährt ja zum Glück im selben Zug wie die üblen Gesellen und spuckt ihnen gewaltig in die Suppe, bevor sie die Welt allzu sehr durchrütteln.

Ein wenig abenteuerlicher spielt das Schicksal dem Ex-Boxchampion Alain Lefevre (Jean-Claude Van Damme) mit, als er auf seiner Flucht vor der Mafia in der Fremdenlegion landet. Vor tollen Kulissen darf er in der Wüste Marokkos gegen blutrünstige Berber antreten, die seine Einheit prompt so gut wie auslöschen. Doch das Schlimmste steht ihm noch bevor, denn kaum ist er den Berbern entwischt, tauchen auch schon die Mafiaschergen aus Marseille in seinem heißen Exil auf.

Einen schönen Doppel-Whopper hat der Axel-Springer-Verlag da gepackt: Gleich zwei berühmt-berüchtigte Muskelmänner aus der Welt der B-Movies geben sich ein krachledernes Stelldichein. Über den Inhalt der Filme braucht man sich keine Gedanken machen: Es geht um spektakuläre Action, viel Klopperei, noch mehr Schießerei und haufenweise Equipment, das gerne mal in die Luft gejagt wird. Im Gegensatz zu den Rollen Steven Seagals darf Van Damme auch mal tragisch scheitern; moralisch bleiben beide indes stets auf Linie in ihren Kämpfen gegen das Böse. Kein Wunder, ist doch der gelernte Kampfkunsttrainer Seagal ein hoher buddhistischer Geistlicher, und der ehemalige Karatemeister Van Damme bezeichnete sich selbst einmal als einen "der sensibelsten Menschen auf dieser Erde". Na, da kann ja nichts mehr schief gehen.

Erscheint am 01.08. im Handel

Calgonit Waschmittel

"Asterix und Obelix: Mission Kleopatra", D/F 2002. Regie: Alain Chabat. Darsteller: Christian Clavier, Géreard Depardieu. Format: 2,35:1 (16:9). FSK: 6 Jahre. Preis: unterschiedlich

In ihrem zweiten Kinoabenteuer verschlägt es die beiden berühmten Gallier ins antike Ägypten, wo sie sich in eine Wette des ruppigen Liebespaars Caesar und Kleopatra einmischen. Kleopatra, das narzistische Nasenmodel, will Caesar, den überheblichen Kaiser, von der Baukunst ihre Untertanen überzeugen - und verspricht, ihm einen Palast in Rekordzeit errichten zu lassen. Der Architekt ist verzweifelt und sieht sich schon im Rachen der Krokodile, doch Druide Miraculix schickt ihm seine beiden menschlichen Geheimwaffen mit einer großen Pulle Zaubertrank.

Leider fehlt in dieser schön gemachten Realverfilmung des bekannten französischen Comics die Hakennase Gottfried John als Julius Caesar, doch dafür macht sich Ex-Model Monica Bellucci ganz hervorragend in ihren hautengen Kleopatra-Kostümen. Da kann man schon mal zugreifen- zumal wenn sowieso Nachschub für die Waschmaschine besorgt werden muss. Nach ihrer ersten Aktion im Frühjahr hat "The Licensing Agency" erneut eine Silberscheibe in die Waschmittelmarke "Calgonit" eingetütet, obwohl bis heute noch Spülmittelkartons mit beigepackten "Ice Age"-DVDs in den Supermarktregalen zu finden sind Vielleicht ist das ja der Grund dafür, dass der Kinofilm diesmal noch mit weiteren Produkten gebündelt wird.

Seit Anfang Juli im Handel

Computer Bild

"Jagd auf einen Unsichtbaren", USA 1992. Regie: John Carpenter. Darsteller: Chevy Chase, Daryl Hannah. Format: 2,40:1 (16:9). FSK: 12 Jahre. Preis: 3,50 Euro

Kaum ist Nick (Chevy Chase) durch einen dummen Unfall unsichtbar geworden, rückt ihm auch schon der Geheimdienst auf die Pelle - für den er wie ein Geschenk des Himmels wirkt. Doch Nick hat darauf überhaupt keine Lust, sondern steigt lieber der hübschen Alice (Daryl Hannah) hinterher. So einfach, wie er glaubt, kann er aber selbst mit Tarnkappe seine hartnäckigen Verfolger nicht abschütteln. Das Einzige, was ihm jetzt noch helfen kann, ist ein Gegenmittel.

Nach "SFT" finden Carpenter-Fans ein weiteres Werk aus der Hand des Star-Regisseurs im aktuellen Beilegerprogramm der "Computer Bild". In "Jagd auf einen Unsichtbaren" greift Carpenter tief in die digitale Trickkiste von "Industrial Light & Magic", was dem Drehbuch leider wenig bekam, das Budget jedoch auf 40 Millionen Dollar explodieren ließ. Die legendäre, von George Lucas gegründete Effektschmiede verschafft dem Film einige optische Highlights, zum Beispiel wenn man Zigarettenrauch oder Getränke auf ihrem Weg in und durch Nicks transparenten Körper verfolgt. Im Gegensatz zu der bereits 1933 von James Whale verfilmten Literaturvorlage von H.G. Wells ("Der Unsichtbare") bleibt Carpenter aber eher auf flachem Komödienniveu, statt zumindest die tragikomischen Chancen im Lebens des Unsichtbaren auszunutzen. Andererseits reißt Daryl Hannah einiges wieder raus, so bleibt ein Stück nette Unterhaltung mit absurd-romantischem Kick, die man sich allemal ansehen kann.

Seit dem 23.07. im Handel, nächste Ausgabe am 06.08.

Super Illu

"Spur des Falken", DDR/SU 1968. Regie: Gottfried Kolditz. Darsteller: Gojko Mitiæ, Hannjo Hasse. Format: 1,33:1 (4:3). FSK: 6. Preis 2,99 Euro

Wieder einmal steht es schlecht um den Stamm von "Weitspähender Falke" (Gojko Mitiæ): Als in ihren "Black Hills" Gold gefunden wird, versuchen Glücksritter aller Schattierungen die Dakota-Indianer zu verjagen, brennen ihre Dörfer nieder und massakrieren ihre Büffelherden. Besonders der Supergauner Bludgeon (Hannjo Hasse) scheut keinen miesen Trick, um sein Ziel zu erreichen. Doch die Indianer wissen sich zu wehren. Alles entscheidet sich in der Schlacht um die Goldgräberstadt Tanglewood.

Ebenso wie in der Fortsetzung "Weiße Wölfe" setzte die DEFA in diesem rauen Western-Abenteuer über das bittere Schicksal des Indianerhäuptlings "Falke" auf ihren athletischen Star Gojko Mitiæ, der alle Szenen ohne Double selbst spielte. Durch Authentizität bei den Kostümen, den Kulissen und nicht zuletzt dem Verhalten der Charaktere versuchte man, sich von klischeehaften US-Western abzugrenzen. Das Leipziger Institut für Völkerkunde stand dabei Regisseur Dr. Gottfried Kolditz und Drehbuchautor Dr. Günther Karl wissenschaftlich zur Seite. Heraus kam ein nicht gerade zimperlicher Streifen, der stets im Stile seiner Zeit bleibt, auch wenn gewaltige Orchester heroische Taten untermalen und Schüsse wie Knallerbsen pfeifen.

Vom 02.08. bis 08.08. im Handel.

SFT

"Code of Conduct", USA 1998. Regie: Bret Michaels. Darsteller: Charlie Sheen, Martin Sheen. Format: 1,33:1 (4:3). FSK: 16 Jahre. und "Out of Time - Der tödliche Auftrag", USA 2001. Regie: Harris Done. Darsteller: Dean Cain, Dale Godboldo. Format: 1,33:1 (4:3). FSK: 16 Jahre. Preis: 3.50 Euro

Die Familie Estevez (aka Sheen) mit Papa Martin ("Apocalypse Now") und Sohn Charlie ("Hot Shots") versucht wenig überzeugend, in "Code of Conduct" in der Rolle zweier Polizisten den Konflikt zwischen verantwortungsvollem und draufgängerischen Cop vorzuführen, während korrupte Kollegen mit Hilfe einer Drogenbande ihre Rente aufbessern wollen.

Leider durchschaut auch der unerfahrene Kinofan sehr schnell, was hier gespielt wird und beobachtet zunehmend gelangweit das bemühte Spiel der unbeteiligt wirkenden Schauspielerschar.

Bereits Anfang Juli konnte der Profigangster Max Hooper (Dean Cain) auf dem Beileger der "Widescreen" einen letzten lukrativen Auftrag nicht ablehnen: Als Polizist verkleidet soll er für 4,5 Millionen Dollar Gage einen geheimen Computerchip klauen. Doch kaum ist er in den Lüftungsschächten des Wolkenkratzers einer Rüstungsfirma unterwegs, bricht dort ein flammendes Inferno los. Max muss all seine Einbrecherqualitäten nutzen, um sich und seine Schützlinge zu retten. Recht passabel gemachte Billig-Produktion, die allemal für eine geistfreie Ablenkung nach dem Abendessen reicht.

Ist seit dem 25.07.im Handel, nächste Ausgabe am 29.08.

TV Movie

"Partyalarm - Finger weg von meiner Tochter", USA 2003. Regie: David Zucker. Darsteller: Ashton Kutcher, Tara Reid. FSK: 12 Jahre. Format: 1.85:1 (16:9). Preis: 3,30 Euro

Tom (Aston Kutcher) arbeitet als erfolgloser, aber netter Handlanger im Verlag von Lisas (Tara Reid) herrschsüchtigem Dad. Eines Tages wittert er seine große Chance: Er soll für einen Abend auf das Haus seines Chefs aufpassen - im Auftrag seiner Tochter, auf die er ohnehin scharf ist. Statt romantischer Zweisamkeit erwartet ihn allerdings ein leeres Haus, in dem unangemeldete Gäste ein ganzes Bündel an Katastrophen verursachen.

Was steckt dahinter, wenn David Zucker ("Die Nackte Kanone") zusammen mit einem mehrfachen "Teen Choice Award"-Gewinner wie Ashton Kutcher 14 Millionen Dollar verheizt? Immerhin 16 Millionen Dollar Umsatz im Heimatland, aber auch - zusammen mit Tara Reid - drei Nominierungen für den "Razzie Award" als schlechtestes Filmpaar, schlechteste Schauspielerin und schlechtester Darsteller. Wen wundert's, denn Zucker quält sein Publikum mit dumpf-dämlichem Fäkalhumor, statt seine Fähigkeiten zu skurrilem Klamauk auszuspielen. Schade, hier hat ein Macher toller Komödien sein Talent wohl an der Garderobe abgegeben. Wir empfehlen: Finger weg von diesem Streifen.

Seit dem am 27.07. im Handel, nächste Ausgabe am 10.08.

Widescreen

"Dangerous Connection – Im Netz der Verschwörung", USA 2000. Regie: Richard Gale. Darsteller: Jennifer Esposito, Nick Moran. Format: 1,33:1 (4:3). FSK: 12 Jahre. Preis: 4.99 Euro

Nur ein einziges mal sollte Polizeifrischling Susan Reece (Jennifer Esposito) ihren Kollegen bei einem verdeckten Einsatz als Ehefrau begleiten, doch sie schafft es, dauerhaft Partnerin des Undercover-Agenten Terry (Nick Moran) zu werden. Dem notorischen Einzelgänger passt Susans Engagement erst überhaupt nicht, allmählich lernt er sie aber mehr als nur schätzen - bis eine undichte Stelle bei der Polizei entdeckt wird und Susan mitten im Kreuzfeuer steht.

Die "Widescreen" greift ins Billigsegment, doch das muss ja nicht automatisch daneben gehen. Hier punktet vor allem Jennifer Esposito, die wir neben ihrem tollen Einsatz in "L.A. Crash" eher aus TV-Serien wie "Law & Order" oder "Für alle Fälle Amy" kennen. Cool und überraschend vielseitig spielt sie ihren für eine solche Rolle untypisch lau erscheinenden Agentenkollegen an die Wand. Leider kommt das Ganze erst am Ende richtig in Fahrt. Dennoch: ein überraschend gelungenes Stück Film, das mit unverbrauchten Gesichtern und solider Produktion punktet.

Als Nachtisch findet man auf der DVD übrigens eine 25 Minuten kurze Episode aus der Serie "Addams Famliy" - und das ist eigentlich immer einen Seitenblick wert.

Erscheint am 01.08. im Handel.



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Seite 1
christian simons 14.06.2005
1.
Der größte Segen der DVD besteht für mich nicht in der oft brillianten Bild und Tonqualität, den vielen Extras und den sorgfältig restaurierten, originalgetreuen Fassungen der Filme. Nein, es ist die Sprachauswahl die mich immer wieder beglückt. Vor ca. zehn Jahren mußte ich noch, um Filme im Original geniessen zu können, ins sechzig Kilometer entfernte Landstuhl fahren, auf halblegalen Wegen britisches Pay-TV ordern oder überteuerte Videos aus dem Ausland importieren. Die einzigen Haare in der Suppe sind für mich nur noch deutsche DVD-Editionen, wie zB "Magnolia" und "Pulp Fiction", bei denen man die Zwangsuntertitelung nicht ausschalten kann. Dazu noch ein Videobeamer und eine Dolby Surround-Anlage, die heutzutage auch nicht mehr die Welt kosten, und man kommt dem Kino-Erlebnis zu Hause sehr sehr nahe. Ich meine, die Filmtheater haben Grund sich Sorgen zu machen. BTW, Meine DVDs (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/Garak)
prefec2 14.06.2005
2. Das Kino?
Die sogenannten großen Blockbuster sollen nun also auch zeitgleich auf DVD und im Fernsehen zu haben sein. Das soll (mal wieder) das Ende des Kinos sein. Ich denke das wird (wieder) nicht eintreten. Un das hat ganz einfache Gründe. 1. Es gibt Filme, die egal wie gross die Leinwand ist, zuhause nicht gut rüberkommen. Das hat auch nichts mit dem Sound in 5D-Quattro Surround Dolby Qäck zu tun. Es geht hier um Atmosphäre. 2. Das Autorenkino oder andere schöne Kleinode werden auch weiterhin vom Publikum im Kino bevorzugt. Nur eine Sorte von Kino wird in Zukunft seine Schwierigkeiten haben. Das sind diese Cinemaxx-/Mutliplex-Volx-Kinos, welche Hollywood Weichware an die Wand werfen, welche Handlungsfrei ist. Dieser Personenkreis ist sowieso in "Geiz ist Geil"- und "konsumieren noch viel geiler"-Stimmung. Die werden dann lieber "Zapp das Monster 5" oder "Batman 500" zuhause ansehen, wo die Cola nur 50 cent kostet und das Popcorn aus der Microwelle kommt. Man könnte es auch einfach so sagen. Konsumkino hat mit dieser neuen Vertiebsform seine Probleme. Ein ordentliches Progammkino indes nicht. Oder noch drastischer. Unterschichtenkino wird darunter leiden.
DJ Doena 14.06.2005
3.
---Zitat von christian simons--- Meine DVDs (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/Garak) ---Zitatende--- Mist, deiner is länger wie meiner (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/DJ%20Doena) Bei mir sind es mehrere Gründe: O-Ton ist einer, die Soundqualität ein anderer, neulich bei Star Wars 3 wieder Quatscher im Publikum gehabt und die Boxen haben gedröhnt. Ausserdem kostet ein Kinobesuch in Offenbach 11€ (7,50€ Karte, 3,30€ Fahrkarte), nach 3 Monaten bekommt man die DVD für 15€. Zu empfehlen ist auch dieser Thread hier: http://www.areadvd.de/vb/showthread.php?s=&goto=lastpost&threadid=22637 Ausserdem bekomme ich auf DVD das zu sehen, was im Kino fehlt, z.B. bei der Herr der Ringe SEE, die je Film(!) 35 bis 50 Minuten länger ist, als die Kinofassung
christian simons 14.06.2005
4.
---Zitat von DJ Doena--- Mist, deiner is länger wie meiner (http://www.intervocative.com/dvdcollection.aspx/DJ%20Doena) ---Zitatende--- Das scheint nach oberflächlicher Durchsicht daran zu liegen, dass es für mich auch schon vor 1980 gute Filme gegeben hat. *evil grin*
DJ Doena 14.06.2005
5.
---Zitat von christian simons--- Das scheint nach oberflächlicher Durchsicht daran zu liegen, dass es für mich auch schon vor 1980 gute Filme gegeben hat. *evil grin* ---Zitatende--- Vor 1980 gab es Filme?! *bauklötze staun*
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