DVD-Filmbeileger Dänische Drogendealer und bullige Bodyguards

Eine Hand voll kleiner, aber feiner Filme ergänzt zur Monatsmitte das Programm der DVD-Beileger. Dabei zeigen sich Sylvester Stallone, Mads Mikkelsen und Uma Thurman auch in weniger bekannten Filmen von ihren besten Seite.


Computer Bild

"Avenging Angelo", USA 2002. Regie: Martyn Burke. Darsteller: Sylvester Stallone, Madeleine Stowe. Format: 2,35:1 (16:9). FSK: 12 Jahre. Heftpreis: 3,70 Euro.

Irgendwann muss wohl jeder Actionstar eine Komödie über sich selbst drehen. Diesmal war "Rocky-Rambo" Sylvester Stallone an der Reihe. In einer seiner Standardposen spielt er den Guten in Gestalt des Bodyguards Frankie, der neben seinem Mafia-Chef auch dessen nichts ahnende Tochter Jennifer (Madeleine Stowe) vor allem Ungemach schützt - und das seit sie ein kleines Mädchen war. Als der Don eines Tages stirbt, steht Jennifer plötzlich mitten im Fadenkreuz der bösen Konkurrenz und wagt trotz des wenig begeisterten Frankie einen Gegenangriff.

Streckenweise richtig gelungen versucht sich "Sly" Stallone als selbstironischer Actionheld und wird dabei von Madeleine Stowe ("Twelve Monkeys") und dem charmanten Urgestein Anthony Quinn ("Alexis Sorbas") in dessen letzter Filmrolle wunderbar unterstützt. Leider verlangt die etwas dünne Story der talentierten Crew zu wenig ab, und so floppte auch dieser Comeback-Versuch Stallones an der Kinokasse. Dank rasanter Ballerorgien und ebenso romantischer wie witziger Einsprengsel bleibt unterm Strich jedoch ein netter Film übrig - mehr allerdings auch nicht.

Bis 2. August im Handel

DVD Magazin

"Pusher II: Respect", DN/GB 2004. Regie: Nicolas Winding Refn. Darsteller: Mads Mikkelsen, Leif Sylvester. Format: 1,77:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,99 Euro.

Auch im zweiten Teil seiner "Pusher"-Trilogie zeigt Nicolas Winding Refn wieder dunkle Ecken des dänischen Königreichs. Diesmal inszeniert er, wie der notorische Kleinkriminelle Tonny (Mads Mikkelsen) versucht, nach seiner Freilassung aus dem Knast endlich seinen übermächtigen Vater (Leif Sylvester) davon zu überzeugen, dass er keine Versager ist. Doch das ist ganz schön schwierig, denn Daddy ist der mächtigste Gangsterboss der Stadt, und keiner aus seinem Dunstkreis traut Tonny auch nur das Geringste zu. Als prompt ein Drogendeal platzt und seine Ex-Freundin ihm auch noch eröffnet, dass er Vater ist, sucht Tonny immer verzweifelter nach einem Ausweg aus dieser verkorksten Situation.

Thematisch locker, aber konzeptionell eng knüpft Refn an seinen 1996 für Furore sorgenden "Pusher" an, wenn er diesmal den Kumpel der damaligen Hauptfigur in den Mittelpunkt stellt. Als einziger Profi-Darsteller neben einer wieder einmal von der Straße weg engagierten Crew kann Mads Mikkelsen ("Casino Royale") alles zeigen, was er darauf hat. Preisgekrönt und hochgelobt gelang Refn damit der internationale Durchbruch, und bereits ein Jahr später folgte der dritte Teil, in dem wieder andere Figuren aus der Kopenhagener "Pusher"-Sippschaft ausgeleuchtet wurden. Zurzeit arbeitet er an dem düsteren Wikingerabenteur "Valhalla Rising", das im Herbst die deutschen Kinos erreichen soll und wieder Mikkelsen eine Hauptrolle beschert. Ein Vorgeschmack darauf ist dieses kleine Meisterwerk, das sich Freunde des harten, dramatischen Kinos nicht entgehen lassen sollten.

Bis 26. August im Handel

PC Action

"Fear No Evil", Südkorea 2000. Regie: Kim Jong-Seok. Darsteller: Kang Seong-min, Park Eun-hye. Format: 1,78:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 7,90 Euro.

Als bis ins Detail hinein klassischer Slasher-Film kommt diese Asia-Kopie von "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" daher. Ein Haufen wohlhabender Oberschüler spielt darin dem schüchternen Außenseiter ihrer Klasse einen fiesen Streich - und tötet ihn versehentlich. Sie schwören ewiges Schweigen. Doch Monate später taucht ein geheimnisvoller Maskierter auf und jagt die Täter...

Man weiß nicht, wie das Ganze im Original klingt, aber für die deutschen Kreisch-Synchronstimmen hätte ein Rundgang auf dem Schulhof der nächstgelegenen Grundschule eine deutliche Verbesserung gebracht. Obwohl die Rollenbesetzung durchgängig passt, gerät so manche eigentlich recht spannende Verfolgungsjagd dadurch zur Farce. Immerhin wirkt das Ganze nicht billig und trotz mancher Langatmigkeit überraschend solide, doch die guten Einfälle lassen sich an einer Hand abzählen, und so reicht es leider nur für ein paar unterhaltsame Hingucker beim Bügeln.

Bis 11. August im Handel

TV Movie

"Jennifer 8", USA 1992. Regie: Bruce Robinson. Darsteller: Andy Garcia, Uma Thurman. Format: 1,85:1 (16:9). FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,50 Euro.

Vor allem Andy Garcia ("Black Rain") brilliert in der Rolle des ausgebrannten, in die Provinz abkommandierten Großstadtermittlers John Berlin, der sich prompt alle Kollegen zu Feinden macht, weil er eine ungelöste Mordserie nach neuen Leichenfunden wieder ausgräbt. Dabei lernt er die blinde Helena Robertson (Uma Thurman) nicht nur als Zeugin, sondern auch als Liebhaberin kennen und lockt damit ungewollt den Killer aus der Reserve, dessen Opfer allesamt blinde Frauen waren.

Mit seiner dritten und bislang letzten Regiearbeit hinterließ Bruce Robinson einen atmosphärisch klasse gemachten Psycho-Thriller, in dem sich so manches bekannte Hollywood-Gesicht ein Stelldichein gibt. Besonders John Malkovich hat als schmieriger Verhörspezialist einen tollen Auftritt. Aber auch der für den Score zuständige Christopher Young machte sich mit seinen Arrangements in der Filmszene einen guten Namen, als er weite Teile in F-Moll tönen ließ, was die düstere Stimmung des Films noch einmal besonders schön hervorhebt (FilmmusikWelt.de). Fazit: Schmackhaftes Genre-Bonbon, das mit Leichtigkeit für einen spannenden Abend sorgt.

Bis 23. Juli im Handel



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