Games Convention Online Besucherzahlen bleiben hinter Erwartungen zurück

Leipzig will weitermachen - auch wenn die Besucherströme zur ersten Games Convention Online etwas spärlicher ausfielen als erwartet. 43.000 Spieler seien gekommen, teilte die Messe mit - vor einer Woche hatte man noch auf 70.000 gehofft.


Leipzig - Messe-Chef Wolfgang Marzin selbst hatte am Tag vor der Messe seine eigene Prognose noch von 70.000 auf 50.000 Besucher korrigiert - auch diese Zahl wurde nun nicht erreicht. Dennoch gab Marzin sich optimistisch. 90 Prozent der Gäste seien Online-Spieler gewesen. "Damit haben wir genau die Zielgruppe erreicht, die von der Branche erwartet wurde", sagte Marzin am Sonntag zum Abschluss der dreitägigen Messe. Knapp 90 Prozent der Aussteller hätten bereits ihr Kommen für 2010 angekündigt. Bei den Besuchern waren es 86 Prozent. "Alle Zeichen für die GCO 2010 stehen auf Wachstum", gab sich der Messe-Chef überzeugt.

Auf 40 000 Quadratmetern hatten sich insgesamt 74 Aussteller aus acht Ländern präsentiert. Unter den 150 gezeigten Spielen waren 50 Welt- und Europapremieren. Partnerland der ersten derartigen Messe war die für ihre computerspielbegeisterte Bevölkerung berühmte Republik Südkorea. Im Rahmen der Messe fand auch ein Turnier der "World Cyber Games" statt.

Leipzig hatte von 2002 bis 2008 die Games Convention ausgerichtet, am Ende die in Sachen Publikum weltweit erfolgreichste Messe für Video- und Computerspiele. In diesem Jahr wird unter dem Namen Gamescom in Köln eine Art Nachfolge-Messe veranstaltet. Die Großen der Branche und der Branchenverband BIU waren mit Leipzig als Messestandort nicht mehr zufrieden gewesen. Als Gründe wurden unter anderen nicht ausreichende Hotelkapazitäten angegeben.

Mit der GCO setzt die Leipziger Messe auf einen Zukunftstrend. Bei einer Konferenz zum Online- und Mobile-Games-Markt waren sich Experten aus Wirtschaft und Forschung einig, dass die Branche auf dem Vormarsch ist, momentan aber noch am Anfang steht. Der Branchenverband Bitkom ermittelte in einer repräsentativen Umfrage vor Beginn der GCO, dass 10 Millionen Deutsche schon einmal online gespielt haben und meist auch dabei bleiben.

Ein Boomgeschäft sind beispielsweise sogenannte Browserspiele, für die keine eigene Software installiert werden muss, und die deshalb sowohl von zu Hause als auch vom Arbeitsplatz oder anderen Orten aus gespielt werden können und auch auf weniger leistungsstarken Rechnern laufen. Die größten deutschen Browserspiel-Betreiber Bigpoint und Gameforge machen gemeinsam eigenen Angaben zufolge mehrere hundert Millionen Euro Umsatz im Jahr. Beide verzeichnen eigenen Angaben zufolge zweistellige Millionengewinne.

cis/ddp/dpa



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