HD-Formatkrieg US-Videoverleih setzt auf Blu-ray

Wichtige Entscheidung im Kampf um das künftige HD-Videoformat: Der US-Videoverleih Blockbuster konzentriert sich künftig auf Blu-ray-Disks - und könnte so maßgeblich Einfluss auf die Kaufentscheidungen der Anwender nehmen.

Inhalt siegt über Preis. Diesen Schluss legt zumindest eine Nachricht aus den USA nahe. Dort hat sich die landesweit operierende Videotheken-Kette "Blockbuster Video" entschlossen, HD-Filme in ihren Läden künftig vornehmlich auf Blu-ray-Disks anzubieten. Die konkurrierende HD DVD soll dagegen weiterhin nur in jenen 250 Filialen zu bekommen sein, in denen beide Formate im Pilotbetrieb getestet wurden. Zudem sollen HD DVDs über den Online-Dienst der Verleihfirma bestellbar sein.

Mit diesem Schritt reagiert Blockbuster auf eigene Erhebungen, die gezeigt haben sollen, dass Blu-ray-Filme weit häufiger ausgeliehen werden als solche auf HD DVD. Nach Angaben der Firma entscheiden sich 70 Prozent ihrer Kunden bevorzugt für das Blu-ray-Format.

Laut Blockbuster wurde die Entscheidung zudem durch die breitere Verfügbarkeit neuer Titel für Blu-ray gestützt. Alle großen Hollywood-Studios veröffentlichen ihre HD-Filme auf Blu-ray. Die Riege der HD DVD-Unterstützer ist mittlerweile auf eine einzige Firma, Universal Studios, zusammengeschmolzen. Warner Brothers und Paramount veröffentlichen ihre Filme in beiden Formaten.

Fürsprecher der HD DVD führen vor allem den günstigeren Preis der Abspielgeräte als Argument ins Feld. So wird Toshibas HD E1 HD DVD-Player für rund 350 Euro angeboten während der günstigste Blu-ray-Player, Samsungs BD-P1000 etwa 110 Euro teurer ist.

Inhalt wichtiger als Preis

Für die Anwender scheint aber weniger der Preis der Geräte, als das Angebot an Filmen ausschlaggebend zu sein. Mit Veröffentlichungen wie "Piraten der Karibik", "Casino Royale" und "Spider-Man" hat das Blu-ray-Lager in diesem Jahr bereits einige Top-Titel vorlegen können. Bei der HD DVD hingegen ist eine HD-Neuauflage der "Matrix"-Trilogie das bisherige Highlight.

Erschwerend kommt hinzu, dass in den USA bisher 150.000 HD DVD-Player sowie knapp ebenso viele HD DVD-Laufwerke für die Xbox verkauft wurden. Von Sony Playstation 3, die ebenfalls mit einem Blu-ray-Laufwerk ausgestattet ist, gingen dagegen bereits mehr als eine Million Exemplare über nordamerikanische Ladentheken.

Um einen Sieg des Blu-ray-Lagers zu feiern, wäre es allerdings noch zu früh. Schließlich, so rechnete die HD DVD-Promotion Group jüngst vor, kämen auf jeden verkauften HD DVD-Player 4,1 dazu passende Filme. Blu-ray-Anwender hingegen beschränken sich auf 1,1 Filme pro Player. Ganz offensichtlich nutzt nicht jeder PS3-Spieler seine Edel-Konsole auch als Filmabspielgerät. Noch hat die HD DVD also eine reelle Chance, zumindest einen Teil des Marktes für sich zu gewinnen.

mak

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