Heißer Player Funkenflug bei Japan-iPods

Ist es nur ein Einzelfall oder der Beginn einer ganzen Serie? In Japan wurde eine Untersuchung eingeleitet, nachdem ein iPod beim Aufladen Funken sprühte. Der Vorfall erinnert an eine Serie von Akku-Problemen im vorvergangenen Jahr.


Der Vorfall, der nun die Gemüter erregt, hat sich schon im Januar ereignet. Während er aufgeladen wurde, soll der iPod plötzlich Funken gesprüht haben, sagte ein Regierungsbeamter am Mittwoch. Der Vorfall habe sich in der Präfektur Kanagawa nahe Tokio ereignet. Apple meldete den Zwischenfall Anfang März dem Ministerium für Handel und Wirtschaft. Verletzt wurde durch dem Funkenflug niemand.

Apple-Chef Steve Jobs mit iPod Nano: Droht Feuergefahr durch die kleinen MP3-Player?
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Bislang waren Apples Musikplayer, von denen seit ihrer Einführung 2001 über 100 Millionen Stück verkauft wurden, von derartigen Problemen verschont geblieben. Einzig schwächelnde Stromspeicher hatten vor einigen Jahren für Unmut unter den Käufern gesorgt, was dazu führte, dass Apple den Lieferanten wechselte. Zudem wird immer wieder kritisiert, dass Apple keine Möglichkeit vorsieht, dass Anwender den Akku ihres iPods selbst auswechseln können. Das ist zwar grundsätzlich, aber nur mit viel Fingerspitzengefühl und Spezialwerkzeug möglich. Zudem bleibt der Akkutausch nicht immer ohne Spuren am Gehäuse.

Bei dem Gerät, das sich in Japan entzündet hat, soll es sich um einen iPod Nano aus einer Baureihe der Jahre 2005 und 2006 gehandelt haben. Die Modellnummer wird mit MA099J/A angegeben. Insgesamt sollen von diesem Modell 420.000 Exemplare nach Japan geliefert worden sein.

Berichte gab es schon früher

Meldungen über explodierende oder funkensprühende iPods hat es bereits mehrfach gegeben. So berichtete ein australischer Nano-Nutzer im April vergangenen Jahres, sein iPod sei während des Aufladens plötzlich explodiert. Die Wucht der Detonation habe den Player vom Schreibtisch zu Boden geworfen, wo das Gerät weiterhin Funken sprühte. Erst als er den USB-Stecker des Players von seinem PC abzog, habe das Spektakel geendet.

Einige Monate später zeigte der US-Fernsehsender WSB-TV Bilder eines iPod Nano, der den Aussagen seines Besitzers zufolge schulterhoch Flammen gespuckt haben soll. Das Online-Magazin engadget merkte damals allerdings vollkommen richtig an, dass es verwunderlich sei, wie der Betroffene eine derartige Feuerwalze ohne die kleinste Brandnarbe überstehen konnte.

Droht eine Rückrufaktion oder sind es Einzelfälle?

Immerhin jedoch deuten die wenigen publik gewordenen Fälle von iPod-Explosionen darauf hin, dass es zumindest in Einzelfällen bei diesen Geräten zu einer Überhitzung der Akkus kommen kann. Damit, die Ursache dieses Problems zu ergründen, haben die japanischen Behörden jetzt Apple selbst beauftragt. Seine Untersuchungsergebnisse soll das Unternehmen direkt an das Ministerium für Handel und Wirtschaft melden.

Als 2006 etliche Notebook-Hersteller von Meldungen über brandgefährliche Akkumulatoren erschüttert wurden, sahen diese sich gezwungen, die teuren Stromspender millionenfach umzutauschen, beziehungsweise aus dem Verkehr zu ziehen.

mak/AP



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