"Second Life"-Wahlkampf Sarkozy geht ins Netz

Der französische Wahlkampf findet nun auch im Onlinespiel "Second Life" statt. Zwischen virtuellen Bordellen und digitalen Marken-Niederlassungen buhlt nun auch Präsidentschaftskandidat Nicolas Sarkozy um die Jugend. Seine Konkurrentin Royal ist schon da - und die Rechten sowieso.


Wahlkampfbüro im Virtuellen: Sarkozy in "Second Life"
REUTERS

Wahlkampfbüro im Virtuellen: Sarkozy in "Second Life"

Der Wahlkampf um die Nachfolge von Jacques Chirac läuft nicht nur in Frankreich, sondern auch in der virtuellen Welt von "Second Life" auf vollen Touren. Rechtsaußen Jean-Marie Le Pen war der erste - und zog prompt heftige Proteste auf sich. Danach folgte Segolène Royal, und jetzt wirbt auch Nicolas Sarkozy bei den Avataren um Stimmen für die reale Wahlurne.

Beim Start seien einige hundert "Second Life"-Bewohner dabei gewesen, sagt Loic Le Meur, einer der bekanntesten Blogger in Frankreich und Internet-Experte im Wahlkampfteam des konservativen Politikers. Lea Mesmer, der Avatar der Jurastudentin Johanna Sakhoun, verteilte auf der "Sarkozy Island" T-Shirts und virtuelle Pizza-Stücke an die Besucher. "Wir müssen einfach jederzeit überall sein", erklärte sie.

"Damit gewinnen wir natürlich nicht die Wahl", räumt Le Meur ein. Aber ein Auftritt in "Second Life" bietet Publizität zu überschaubaren Kosten - ein paar Tausend Euro wurden investiert, und der Kandidat bekommt ein schickes High-Tech-Image. Dabei war Sarkozy selbst noch gar nicht da, er hat genug Termine im ersten Leben.

Dort findet man ja auch noch das weitaus größere Publikum. Während die "Sarkozy Island" in Second Life eröffnet wurde, trat Royal vor 8,9 Millionen Zuschauern im Fernsehen auf.

cis/AP



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