Spielzeug Spezialtastatur für Gamer

Was es für Büroarbeiter, Grafiker oder Web-Surfer schon lange gibt, wird auch für Spieler angeboten: Spezialtastaturen mit zahlreichen Sondertasten. Finger-Fänger wie "Fang" und "Merc" machen den Rechner Spiele-kompatibler - und aus Adler-Suchsystem-Tippern Gaming-Götter.

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Manchen PC-Spielern dürften die verborgenen Fähigkeiten vieler Spiele wohl auf Dauer verbaut bleiben. Wer kann sich schon die Dutzenden Tastenkombinationen merken, mit denen in einem Shooter von einer Waffe zur nächsten gewechselt, weite Sprünge ausgeführt oder Spezialfunktionen ausgelöst werden? Zwar erlauben es etliche Games dem Spieler, sich persönliche Tastenkombinationen zusammenzustellen. Aber auch das hilft oft nicht viel weiter. Wer im Eifer des Gefechts noch versucht, seine Finger zur Kombination ALT-SHIFT-STRG-F8 zu verbiegen, ist meist schon virtuell gestorben, bevor auch nur die Hälfte Tasten gedrückt ist.

In solch kniffligen Situationen sollen Gaming-Tastaturen ein längeres Überleben ermöglichen. Ideazon stellt mit den Modellen Fang und Merc zwei auf gleichem Konzept basierende aber unterschiedlich umgesetzte Ansätze vor. Beide verfügen über eine Reihe von Sondertasten, die es dem Spieler leichter machen sollen, häufig benötigte Funktionen schnell abzurufen. Dabei sind sie mit einem nahezu identischen Spiele-Tastenfeld ausgestattet. Der einzig sichtbare Unterschied zwischen den Produkten ist, dass bei Merc noch eine PC-Tastatur angeflanscht wurde. Wer eine Solche schon besitzt oder den PC ohnehin nur zum Daddeln hernimmt, kann sich den Platz sparen und sich mit Fang begnügen. Andere Hersteller bieten übrigens ähnliche Daddel-Spezialisten an.

Schneller, schneller!

Die Verarbeitungsqualität von Fang und Merc ist für Produkte dieser Preisklasse erfreulich hoch. Muss sie auch, denn Gamer sind im Umgang mit ihrer Hardware nicht zimperlich. Für Vielschreiber ist das Tastatur-Modell dennoch nicht zu empfehlen: der Druckpunkt ist zu schwammig. Dafür bietet Fang ein praktisches Detail: Auf der Unterseite lässt sich das USB-Kabel zusammenrollen. So kommt man ohne Kabelsalat zur LAN-Party.

Das herausragende Merkmal beider Geräte sind die rot hervorstehenden Steuerungstasten. Da diese schön groß und in Schmetterlingsform angeordnet sind, findet man, ohne den Blick vom Bildschirm nehmen zu müssen, intuitiv immer die richtige Taste. Links und rechts von diesem Block befinden sich Funktionstasten, die zumindest teilweise mit Bezeichnungen wie "Nachladen", "Hocken" oder "Springen" beschriftet sind. Da muss man sich nicht viel merken.

Anders sieht das mit den elf Zifferntasten aus. Um sich deren Funktionen einzuprägen, ist es sinnvoll, die Tastenbelegung als Ausdruck neben den Monitor zu legen. Eine weitere Reihe von Knöpfen am oberen Ende ist ausschließlich zur Mediensteuerung geeignet. Bedauerlicherweise sind die Tastenbeschriftungen in Form von Aufklebern angebracht und nicht, wie sonst üblich, ins Material gebrannt. Das lässt befürchten, dass die Beschriftung sich verabschieden könnte, lange bevor die Mechanik schlapp macht.

Fazit: Merc und Fang erleichtern Spielern den Umgang mit komplexen Kommandos. Die Kernzielgruppe dürften Liebhaber von Action- und Strategiespielen sowie First-Person-Shootern sein. Die Möglichkeit, ganze Kommandoketten zu einem Makro zusammenzufassen, das auf Tastendruck abrufbar ist, kann erfahrenen Spielern ungeahnte Vorteile verschaffen. Aber auch ohne solche Feinarbeit kann man gleich nach dem Auspacken loslegen, da für eine Vielzahl populärer Titel fertige Tastendefinitionen mitgeliefert werden. Die Preise gibt der Hersteller mit 39,95 Euro für Merc und 34,95 Euro für Fang an.



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