Studie Online-Gamer denken gern

Einer Umfrage zufolge werden Online-Spiele in Deutschland zunehmend zum Massenmarkt. Jeder zweite unter Dreißig hat schon einmal über das Internet gespielt. Am beliebtesten sind demnach Denk- und Strategiespiele.


Berlin - Rund zehn Millionen Deutsche hätten schon einmal über das Internet gespielt, unter den 14- bis 29-Jährigen sei es sogar fast jeder Zweite (45 Prozent), berichtet der Branchenverband Bitkom unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage. Die Hälfte der Nutzer sei bereit, dafür auch Geld auszugeben. Das Marktforschungsinstitut Aris hatte 1000 Deutsche ab 14 Jahren befragt.

"Das Internet ist weitgehend eine Kostenlos-Welt, auch die meisten Online-Spiele sind kostenlos", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Knapp die Hälfte (47 Prozent) der Befragten sei aber bereit, Abogebühren und virtuelle Gegenstände zu bezahlen. Zwei Drittel akzeptieren Werbung ohne Vorbehalte oder zumindest unter bestimmten Voraussetzungen - etwa dann, wenn ein Spiel dadurch kostenlos ist. Rohleder sagte, dass Deutschland sich in diesem "neu entstehenden Massenmarkt" positionieren müsse. Die Games Convention Online, die am 31. Juli in Leipzig beginnt, sei dafür eine gute Plattform.

Denk- und Strategiespiele (45 Prozent) sind laut der Umfrage am beliebtesten. Rund ein Viertel (24 Prozent) der Befragten vergnügt sich mit Gelegenheitsspielen (Casual Games) wie Kreuzworträtseln und Sudoku.

Rollenspiele wie etwa das bekannte "World of Warcraft" nutzen laut Umfrage rund neun Prozent. "Der Großteil der Online-Gamer hat mit Actionspielen nichts am Hut", sagte Bernhard Rohleder.

Drei Viertel der Befragten spielen mindestens einmal pro Woche ein Online-Spiel - knapp ein Drittel ist sogar täglich dabei. Knapp die Hälfte spielt zwischen ein und zwei Stunden, rund 27 Prozent auch länger. Im Vergleich zum täglichen Fernsehkonsum von durchschnittlich mehr als 200 Minuten entspreche das der "ganz normalen Nutzung eines klassischen Unterhaltungsmediums", sagte Rohleder.

Neun von zehn Spielern nutzen den Computer, rund neun Prozent greifen zum Handy. Dieser Anteil werde mit zunehmender Nutzung mobiler Internet-Zugänge stark zulegen, glaubt Rohleder. Fast drei Viertel (73 Prozent) nutzen Spiele, die über den Browser laufen. Spiele, die eine Installation erfordern, haben 19 Prozent der Befragten auf dem Rechner.

cis/dpa



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