Videospiel-Messe E3 will zurück zu den Wurzeln

Die einst führende Videospielemesse E3 will wieder zu alter Form auflaufen. Seit 2006 ist sie auf ein viel kleineres Format heruntergekocht. Die Publisher und Entwickler sind zunehmend besorgt, denn die Veranstaltung verliert rasch an Bedeutung. Nun soll sie wieder wachsen.

Los Angeles - Seit 1995 veranstaltet die Entertainment Software Association (ESA) die Computer- und Videospielemesse E3 in Los Angeles. 2006 erfuhr die Messe eine drastische Umstrukturierung. Sie verkleinerte sich, die Sicherheitsprüfungen für die Besucher wurden rigoroser. Die einst erfolgreichste Messe ihrer Art verlor an Attraktivität, und die Besucherzahlen brachen ein.

2009 soll die Messe wieder an alte Zeiten anknüpfen. Sie geht zurück in das Los Angeles Convention Center, die Registrierungsbestimmungen sollen gelockert werden, und so rechnen die Veranstalter mit etwa 40.000 Besuchern. 2005, als die Messe das letzte Mal in der gewohnten Form stattfand, waren es noch 70.000.

Auch die in Leipzig ansässige Games Convention hat mit Problemen zu kämpfen. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) hat die Konkurrenzveranstaltung GamesCom in Köln ins Leben gerufen. Die großen Publisher haben bereits Köln das Jawort gegeben, und jüngst kündigte der BIU auch eine Entwicklerkonferenz in Köln als Gegenstück zur Leipziger Games Developer Conference an.

Leipzig will sich aber nicht unterkriegen lassen und arbeitet fleißig weiter daran, die Games Convention auf internationalem Boden zu etablieren. So gibt es bereits einen Ableger in Singapur, und in Mailand findet im kommenden November (21. und 22.) erstmals eine Entwicklerkonferenz für Videospiele statt, organisiert von den Machern der Games Convention.

Ob Deutschland wirklich zwei Computer- und Videospielmessen braucht, wird sich zeigen. Es kann gut sein, dass Leipzig sich geschlagen geben muss, gehören doch die großen Publisher und somit Aussteller zum BIU.

dsc
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