Wii-Controller Patentklage gegen Nintendo

Der Verkaufstart der neuen Nintendo-Konsole Wii war furios, doch nun droht dem Hersteller Ärger wegen einer Patentklage. Eine US-Firma behauptet, der Wii-Controller verletze ein von ihr gehaltenes Patent über ein infrarotgesteuertes Eingabegerät.


Der Wii-Controller verstoße gegen ein Patent aus dem Februar 2005, schreibt die kalifornische Firma Interlink Electronics in einer bei einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware eingereichten Klage. In dem Patent mit dem Namen "Trigger Operated electronic Device" wird eine Fernbedienung mit mehreren Knöpfen und einer Art Trackpad beschrieben. Die Eingaben werden per Infrarot an einen Sensor geschickt, der mit einem Computer verbunden ist.

Wii-Controller: Patenklage wegen Infrarotsteuerung
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Wii-Controller: Patenklage wegen Infrarotsteuerung

Sowohl mit dem von Interlink Electronics beschriebenen Gerät als auch mit dem Wii-Controller kann ein Cursor auf dem Monitor ferngesteuert werden. Die Nintendo-Konsole nutzt dazu einen in den Controller integrierten Infrarotstrahl, dessen Zielrichtung von einem kleinen am Monitor befestigen Empfänger gemessen wird.

Außerdem hat Nintendo in den Controller Beschleunigungssensoren eingebraut. Bei einem der mitgelieferten Sportspiele wie etwa Tennis oder Golf steuert der Spieler mit Hilfe des kabellosen Geräts durch Bewegung wie etwa bei einem Tennis-Aufschlag den virtuellen Schläger. Manche Gamer klagen bereits über heftigen Muskelkater, die ihnen das Spielen mit dem neuen Controller eingebrockt hat.

Die kalifornische Firma Interlink, die nun gegen Nintendo vorgeht, stellt Computerzubehör wie Fernbedienungen und Tastaturen her. In der bereits am 4. Dezember eingereichten Klage wirft das Unternehmen nun Nintendo vor, mit dem Wii-Controller das Fernbedienungs-Patent zu verletzen und fordert Schadenersatz sowie Unterbindung der Patentverletzung.

Erst am vergangenen Freitag hatte Nintendo die Wii-Konsole in Europa erfolgreich auf den Markt gebracht - bereits am ersten Tag war die Konsole vergriffen. Noch in diesem Jahr will Nintendo vier Millionen Geräte verkaufen und würde damit Marktführer Sony und dessen neue Playstation 3 in Sachen verkaufte Stückzahl haushoch überholen.

Die Playstation 3 wird je nach Ausstattung 500 oder 600 Euro kosten und ist damit mehr als doppelt so teuer wie die für 250 Euro verkaufte Wii. Seinen eigenen Europastart hatte Sony wegen Produktionsengpässen vor allem durch technische Probleme mit dem neuen Blu-ray-Laufwerk auf nächsten März verschieben müssen.

hda/dpa



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