Spoofing-Sperre Bundesnetzagentur macht Schutz vor gefälschten Rufnummern zur Pflicht

Wenn das Telefon anzeigt, dass die 110 anruft, glaubt man, dass die Polizei dran ist. Das nutzen auch Betrüger aus. Eine neue Vorschrift soll ihnen die Trickanrufe erschweren.
Besorgter Blick aufs Display: Künftig sollen es Betrüger am Telefon schwerer haben

Besorgter Blick aufs Display: Künftig sollen es Betrüger am Telefon schwerer haben

Foto: Christin Klose / dpa-tmn

Verbraucherinnen und Verbraucher sollen künftig besser gegen viele Trick-Anrufe Krimineller geschützt werden. Getan werden soll etwas gegen Maschen, bei denen mithilfe des sogenannten Call-ID-Spoofings gefälschte Rufnummern aufs Telefondisplay der Angerufenen übertragen werden, was es Betrügern erleichtert, ihre wahre Identität zu verschleiern.

Spätestens vom 1. Dezember an müssen die Telekommunikationsanbieter technisch sicherstellen, dass Anrufe abgebrochen werden, bei denen fälschlicherweise die Rufnummern der Notrufe 110 und 112 sowie die hochpreisigen Rufnummern (0)900 und (0)137 sowie Nummern für Auskunfts- und Kurzwahldienste angezeigt werden. Das teilt die Bundesnetzagentur mit .

Zudem müssen die Anbieter künftig sicherstellen, dass bei Anrufen aus ausländischen Netzen keine deutsche Rufnummer im Display angezeigt wird. Die Nummernanzeige muss in solchen Fällen unterdrückt werden, der Anruf also als anonym angezeigt werden. Von der Regel ausgenommen seien Mobilfunkrufnummern im internationalen Roaming, so die Behörde weiter.

Die Angerufenen können besser reagieren

Die Idee hinter der neuen Schutzmaßnahme ist es, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher bei Anrufen, bei denen eine deutsche Rufnummer angezeigt wird, darauf verlassen können, dass wirklich der rechtmäßige Inhaber oder die rechtmäßige Inhaberin dieser Nummer am anderen Ende der Leitung ist.

Kriminelle versuchen häufig, ihre wahre Identität zu verschleiern, indem sie ihre Opfer von ausländischen Netzen aus mit manipulierten Rufnummern anrufen oder ihre Anrufe über ausländische Netze umleiten. Künftig könnten Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Annahme eines Anrufs ohne angezeigte Rufnummer bewusster reagieren – oder sich entscheiden, Anrufe mit unterdrückter Rufnummer gleich gar nicht anzunehmen.

Mehr anonyme Anrufe erwartet

Die Bundesnetzagentur warnt, dass es durch die Anonymisierungspflicht zu mehr Anrufen mit unterdrückter Rufnummer  kommen werde. Die Behörde betont allerdings, dass nicht zwangsläufig jeder Anruf dieser Art unseriös sein muss. Anrufende könnten sich auch aus berechtigten Gründen für eine Rufnummernunterdrückung entscheiden.

Zugleich wird aber auch darauf hingewiesen, dass die neue gesetzliche Regelung es erschweren kann, kriminelle Anrufer zu ermitteln. »Bei bestimmten Beschwerden wegen Rufnummernmissbrauchs können daher keine Ermittlungen aufgenommen werden, da hierfür zwingend eine angezeigte Rufnummer vorhanden sein muss«, schreibt die Bundesnetzagentur. Ansätze für Ermittlungen könnten sich aber aus dem Gesprächsverlauf ergeben, etwa, wenn dem oder der Angerufenen eine Bandansage vorgespielt wird.

mak/dpa
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